Weissklee und Wiesenrispengras: Vier Neuempfehlungen

Der Weissklee und das Wiesenrispengras tragen in leistungsfähigen Futterbaumischungen wesentlich zur Ausdauer und Weidefähigkeit bei. Agroscope empfiehlt aufgrund der Sortenversuche 2022 bis 2024 für beide Arten je zwei Sorten neu.

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Der Weissklee (Trifolium repens L.) ist die Futterleguminose für eine dauerhaft intensive Nutzung. «Dank Ausläufern ist er trittfest und bestens weidetauglich. Grasbestände mit Weissklee haben eine bessere Futterqualität und Schmackhaftigkeit», schreibt Agroscope in einer Mitteilung.

Konkurrenzfähige und robuste Sorten

Da er Luftstickstoff bindet, vermindert er zudem den Bedarf an Stickstoffdünger. Es gibt Weissklee-Sorten, die im Pansen viel Blausäure freisetzen können, was die Tiergesundheit beeinträchtigen kann. «Deshalb wird dieser Eigenschaft bei der Sortenprüfung besonderes Augenmerk geschenkt», halten die Forschenden fest.

Ebenso intensiv nutzbar wie der Weissklee ist das Wiesenrispengras (Poa pratensis L.). Auch dieses hat Ausläufer, die einen dichten, trittfähigen Bestand bilden. Es ist ebenfalls für längerdauernde Mischungen, insbesondere für Weiden geeignet. «Leider ist die Jugendentwicklung des Wiesenrispengrases zögerlich, weshalb es erst nach einiger Zeit seine Aufgabe im Bestand erfüllen kann», schreibt Agroscope. Um das Potenzial nutzen zu können, sind bei beiden Arten ertragreiche, konkurrenzfähige und robuste Sorten gefragt, die gegen Krankheiten möglichst resistent sind.

28 Sorten im Feld geprüft

Von 2022 bis 2024 prüfte Agroscope an fünf Standorten im Mittelland und zwei in höheren Lagen, ob sich zehn Neuzüchtungen und neun empfohlene Sorten von Weissklee für den Futterbau unter Schweizer Bedingungen eignen. Beim Wiesenrispengras wurden sieben Neuzüchtungen und zwei empfohlene Sorten an vier Standorten im Mittelland und einem in höheren Lagen getestet.

Beurteilt wurden dabei Jugendentwicklung, Ertrag, Beschaffenheit des Pflanzenbestandes, Resistenzen gegen Blattkrankheiten, Toleranz gegen Wintereinflüsse, Ausdauer, Anbaueignung für höhere Lagen und beim Wiesenrispengras die Verdaulichkeit des Futters beziehungsweise beim Weissklee die Freisetzung von Blausäure.

Hohe Erträge und Toleranz

Die Weisskleesorten «Melital» aus Belgien und «Minona» aus Schweizer Züchtung werden neu empfohlen. «Sie glänzen mit hohen Erträgen und einer hervorragenden Toleranz gegen Wintereinflüsse», schreibt Agroscope. «Melital» besteche zudem mit ausgezeichneten Resistenzen gegen Blattkrankheiten, während «Minona» in der Jugendentwicklung und in der Anbaueignung für höhere Lagen überzeuge. Beide Sorten sind vom klein- bis mittelblättrigen Typ.

Neu empfohlen werden auch die Wiesenrispengräser «Sextonis» und «Sialis», beide aus Schweizer Züchtung. «Sextonis» zeichnet sich im Ertrag, der Konkurrenzkraft und der Toleranz gegen Wintereinflüsse aus, «Sialis» in der Verdaulichkeit. «Beide Sorten beeindrucken zudem mit guten Resistenzen gegen Blattkrankheiten und einer bemerkenswerten Ausdauer», so Agroscope weiter. Alle vier Neuempfehlungen würden das empfohlene Sortiment wesentlich verbessern.

Eine Streichung

Die bis anhin empfohlenen Weisskleesorte «Rabbani» verliert auf Grund ihrer ungenügenden Leistungen ihre Empfehlung. Sie darf deshalb nur noch bis Ende 2027 als empfohlene Sorten verwendet werden.

Sortenempfehlungen von Agroscope

Agroscope prüft regelmässig Sorten verschiedener Futterpflanzen, um der Schweizer Landwirtschaft aktuelle, verlässliche Sortenempfehlungen bereitzustellen. Die alle zwei Jahre veröffentlichte «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen» bildet die Grundlage für die Entwicklung von Samenmischungen.

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