
Der Wiesenschwingel ist ein bedeutendes Futtergras in den mittelintensiv genutzten Naturwiesen des Mittellandes und der mittleren Berglagen.
Stephan Jaun-Pfander
Der Wiesenschwingel ist ein bedeutendes Futtergras in den mittelintensiv genutzten Naturwiesen des Mittellandes und der mittleren Berglagen. «In Kunstwiesen spielt er als ertragreiches, robustes und qualitativ gutes Mähgras eine wichtige Rolle», schreibt Agroscope in einer Mitteilung.
Hoher Energiewert
Er kommt vor allem in den dreijährigen Mischungen zum Einsatz, die für eine wenig intensive bis mittelintensive Nutzung vorgesehen sind oder in denen Raigräser standortbedingt nicht verwendet werden können. Die Erträge des Wiesenschwingels sind vor allem im ersten Aufwuchs hoch. Bei frühzeitiger Nutzung liefert er zudem Raufutter mit einem hohen Energiewert.
Von 2023 bis 2025 prüfte Agroscope insgesamt 24 Sorten von Wiesenschwingel (Festuca pratensis) auf seine agronomischen Eigenschaften. Die Versuche wurden an sechs verschiedenen Standorten angelegt. Untersucht wurden der Ertrag, die Jugendentwicklung, die Bestandesgüte, die Konkurrenzkraft, die Ausdauer, der Befall mit Blattkrankheiten, die Toleranz gegen Wintereinflüsse, die Verdaulichkeit des Futters und die Anbaueignung für höhere Lagen.
Schöne Bestände
Aufgrund der Ergebnisse haben drei Neuzüchtungen die Hürde für eine Aufnahme in die Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen geschafft: Tetradonia, Tenorio und FP 1745. Sie belegten in dieser Reihenfolge die drei ersten Plätze des gesamten Prüfsortiments. Tetradonia und Tenorio sind wie die bereits empfohlene Sorte Tetrax tetraploide Sorten. Sie überzeugten durch hervorragende Werte in der Verdaulichkeit.
Beide Sorten zeichneten sich zudem durch schöne, homogene Bestände, eine sehr gute Jugendentwicklung und eine hohe Resistenz gegen Blattkrankheiten aus. Tetradonia ist zudem stark im Ertrag, während bei Tenorio die sehr gute Eignung für höhere Lagen hervorzuheben ist. FP 1745, eine diploide Sorte, lieferte hauptsächlich hinsichtlich Ertrag, Güte und Ausdauer hervorragende Ergebnisse und überzeugte zudem durch eine gute Wintertauglichkeit. «Die drei Sorten bereichern das Sortenangebot, können aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen werden, da sie die rechtlichen Voraussetzungen für die Inverkehrsetzung noch nicht erfüllen», heisst es in der Mitteilung.
Zwei Sorten gestrichen
Die bisher empfohlenen Sorten Paradisia und Pardus müssen aufgrund der jüngsten Sortenprüfung von der empfehlenden Liste gestrichen werden. Sie befriedigen in verschiedener Hinsicht den heutigen Anforderungen nicht mehr. Beide Sorten können noch bis am 31. Dezember 2028 als empfohlene Sorten verwendet werden.
Fazit
- Der Wiesenschwingel ist ein bedeutendes Futtergras für den schweizerischen Kunstfutterbau.
- Agroscope hat von 2023 bis 2025 insgesamt 24 Sorten Wiesenschwingel in Feldversuchen geprüft.
- Drei Neuzüchtungen erfüllen die agronomischen Voraussetzungen für eine Empfehlung. Allerdings sind sie zurzeit noch nicht für den Handel zugelassen.
- Die zwei bisher empfohlenen Sorten Paradisia und Pardus verlieren ihre Sortenempfehlung.
- Dank dieser Änderungen verbessert sich die Qualität des Sortenangebotes beim Wiesenschwingel.
-> Den wissenschaftlichen Artikel zu den Sorten gibt es hier