Kleinste Verunreinigungen, sogenannte Mikroverunreinigungen, können für viele Wasserpflanzen und -tiere giftig sein. Sie bedrohen deshalb die Artenvielfalt in vielen Bächen der Schweiz. Die Verunreinigungen stammen vor allem aus der Landwirtschaft und aus Siedlungsgebieten.
Auch der Verkehr trägt zur Verschmutzung von Fliessgewässern in der Schweiz bei, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zu einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreibt. Demnach können Pflanzenschutzmittel, Biozide oder Inhaltsstoffe von Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln und Medikamenten bereits in geringen Konzentrationen Wasserlebewesen schädigen.
Starke Schwankungen
Dank den bereits beschlossenen strengeren Auflagen für die Kläranlagen kann die Menge der Mikroverunreinigungen in Schweizer Gewässern halbiert werden. Doch viele dieser Verunreinigungen gelangen nicht via die Kläranlagen in die Gewässer sondern direkt, zum Beispiel über Mischwasserabläufe oder Regenkanäle, wie das BAFU weiter schreibt.
Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Konzentration von Mikroverunreinigungen stark schwanken: nach Regenfällen findet man die höchsten Konzentrationen in kleinen und mittleren Fliessgewässern in Gebieten mit intensiver Landnutzung.
Vorwiegend Pflanzenschutzmittel
In der Studie konnten die wichtigsten Quellen von Mikroverunreinigungen ermittelt werden. Es sind dies vor allem Pflanzenschutzmittel (Insektizide, Herbizide und Fungizide), einige Biozide (aus Siedlungen und aus der Landwirtschaft) sowie die beiden Schwermetalle Kupfer und Zink. Der Bund möchte nun die Bäche besser überwachen, denn «gerade die kleinen Bäche sind ökologisch von grosser Bedeutung und machen rund 75 Prozent des gesamten Schweizer Fliessgewässernetzes aus».
Zudem soll die Landwirtschaft weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen. Unter Federführung des Bundesamtes für Landwirtschaft werde deswegen ein Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erarbeitet.