Das Krautfäulerisiko steigt. Parzellen müssen kontrolliert, die Stauden geschützt werden. Dabei muss auch der Alternaria-Erreger miterfasst werden. Pseudomonas-Flecken in den Rüben bedürfen keiner Behandlung.
Rüben: Nach Hagel oder Starkregen bilden sich auf Blättern oder an Blatträndern der Rüben schwarz-braune Flecken. Es handelt sich um harmlose Pseudomonas-Bakterienflecken. Dagegen kann man nichts spritzen, sie verschwinden von selber wieder. Viele Blattlauskolonien sind schon verpilzt, es werden zahlreiche Nützlinge beobachtet. Daher dürfte der Höhepunkt der Invasion überschritten sein.
Wintergerste: Die Körner der Wintergerste sind in der Milch- bis Teigreife. Erstaunlich viele Ähren weisen einzelne taube Ährchen auf. Bis anhin nahm man an, dass Fusarien in der Gerste keine Gefahr darstellen, deshalb sind für diese Kultur auch keine entsprechenden Fungizide zugelassen. Es bleibt abzuklären, ob daran etwas geändert werden muss.
Sommergetreide: Das Sommergetreide schiebt die Ähren. Bis Blühbeginn können die Felder gegen Getreidehähnchen behandelt werden. Das dürfte vielerorts nötig sein, der Befall nimmt weiter zu. Die Schadschwelle ist erreicht, wenn im Schnitt ein Ei oder eine Larve pro Halm gezählt wird. Häutungshemmer können ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden. Sie wirken aber nur sicher auf kleine Larven. Mittel gegen grössere Larven benötigen eine Sonderbewilligung. Der Befall mit Blattkrankheiten ist sehr uneinheitlich, aber meist schwach. Kontrollen sind angezeigt.
Raps: Im grünen Raps sind Vorerntekontrollen besonders wirkungsvoll, da Schäden durch Rapskrebs oder durch Phoma besser sichtbar sind als in abgereiften Beständen.
Kartoffeln: Das kühle, feuchte Wetter gefällt dem Krautfäuleerreger. Wo Hagelschlag die Blätter beschädigt hat, findet er zusätzliche Eintrittspforten. Aus den Kantonen St.Gallen, Luzern, Zug und Bern wurden neue Infektionen gemeldet. Es ist zu befürchten, dass es noch weitere Befallsherde gibt. Speziell im Rheintal ist der Krankheitsdruck enorm hoch. Melden Sie Krautfäulebefall der Zentralstelle für Pflanzenschutz Ihres Kantons oder direkt an Phytopre (Tel. 079 314 29 69). Der Fungizidschutz muss nach sieben bis acht Tagen oder bei nicht regenfesten Produkten nach 30 bis 40mm Niederschlag erneuert werden. Kartoffeln in verschlämmten Böden zeigen Alternaria-Blattflecken. Mit einem Alternaria-Zusatz zu einem Fungizid gegen die Krautfäule wird auch der Alternaria-Erreger eingedämmt.
In Parzellen, die an letztjährige Felder mit Durchwuchs grenzen, findet man Eier und Larven des Kartoffelkäfers vor allem in den Randreihen. Hier bietet sich eine Randbehandlung an. Wo der Käfer von weit her einflog, sind Käferaktivitäten im ganzen Feld zu verzeichnen. Sofern ein bis zwei Herde pro Are gezählt werden, können jetzt Häutungshemmer oder Audienz ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden.