
Russlands Anteil am Welthandel mit Mineraldüngern, der sich 2025 auf rund 242 Mio. Tonnen belief, liegt derzeit bei etwa 19 Prozent
Olivier Ruprecht
Russlands Düngemittelhersteller sehen ihre Branche weiter im Aufwind. Die Produktion von mineralischen Düngemitteln könnte in diesem Jahr nochmals leicht auf mindestens 66 Mio. Tonnen steigen, erklärte der Vorsitzende des Russischen Verbandes der Düngemittelproduzenten (RAFP), Andrei Guryev, am Rande des russisch-brasilianischen Wirtschaftsforums.
Im Vergleich zu 2025 mit einem Düngeraufkommen von 65,5 Mio. Tonnen wäre das ein leichtes Plus von knapp 1 Prozent. Im Jahr 2024 waren 63 Mio. Tonnen produziert worden.
Zweiter Platz in der Produktion, Nummer eins beim Export
Laut Guryev hat Russland mittlerweile die USA, Indien und Kanada überholt und belegt hinter China den zweiten Platz im Ranking der weltweit grössten Düngemittelproduzenten. Bei der Lieferung von mineralischen Düngemitteln auf den Weltmarkt liege Russland sogar an der Spitze.
Im vergangenen Jahr seien die Exporte gegenüber 2024 um 7 Prozent auf 45 Mio. Tonnen gesteigert worden. Mehr als drei Viertel der Ausfuhren seien in «befreundete Länder» gegangen.
BRICS und Indien als wichtigste Abnehmer
Ausgebaut hat Russland beispielsweise seine Düngemittele Exporte in die BRICS-Staaten. Diese legten 2025 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 22,8 Mio. Tonnen zu.
Im Vergleich zu 2021 gab es eine Steigerung um 71 Prozent. Ein weiterer Grossabnehmer russischer Düngemittel war im vergangenen Jahr Indien. Dorthin wurden 6 Mio. Tonnen geliefert; 2021 waren es noch 1,1 Mio. Tonnen gewesen.
Ambitionierte Ziele bis 2030
Russlands Anteil am Welthandel mit Mineraldüngern, der sich 2025 auf rund 242 Mio. Tonnen belief, liegt derzeit bei etwa 19 Prozent. Guryev zufolge beabsichtigt die Düngemittelindustrie, bis 2030 die Produktion auf 80 Mio. Tonnen hochzufahren. Dann könnte der Inlandsabsatz gegenüber 2023 um 20 Prozent auf 22 Mio. Tonnen erhöht werden.
Beim Export gab der Verbandsvorsitzende eine Zielmarke von 58 Mio. Tonnen aus. Damit könnte Russlands Anteil an den globalen Düngemittellieferungen auf 25 Prozent steigen.