EU-Kommission hält an Pestizid-Verbot zum Bienenschutz fest

Die EU-Kommission hält an ihren Plänen fest, zum Schutz von Bienen ein Teilverbot bestimmter Pestizide durchzusetzen. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg kündigte an, im Frühjahr seine Pläne für das Teilverbot von drei sogenannten Neonicotinoiden in den Berufungsausschuss einzubringen, um eine Lösung zu finden.

sda/afp |

Die EU-Kommission hält an ihren Plänen fest, zum Schutz von Bienen ein Teilverbot bestimmter Pestizide durchzusetzen. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg kündigte an, im Frühjahr seine Pläne für das Teilverbot von drei sogenannten Neonicotinoiden in den Berufungsausschuss einzubringen, um eine Lösung zu finden.

Sein Ziel sei immer noch, dass die Massnahmen ab dem 1. Juli  gelten, sagte Borg am Dienstag in Brüssel. Er war mit seinem  Vorhaben am Freitag bei einer Abstimmung gescheitert. Borg will den  Einsatz der drei Pestizide für den Anbau von Mais, Sonnenblumen,  Raps sowie Baumwolle für mindestens zwei Jahre verbieten.

Vorerst erlaubt bleiben soll der Gebrauch der Chemikalien für  Wintergetreide und Pflanzen, die keine Bienen anziehen. Auch auf die  Aussaat von Mais in diesem Sommer sollen die verschärften  Bestimmungen noch keine Anwendung finden. Nach zwei Jahren will die  EU-Kommission die Massnahmen überprüfen.

Unter den Mitgliedstaaten fand sich jedoch keine ausreichende  Mehrheit dafür. Deutschland hatte sich enthalten, wodurch weder eine  Ablehnung noch eine Zustimmung für den Kommissionsvorschlag zustande  kam. Das deutsche Landwirtschaftsministerium fürchtet nach eigenen  Angaben, dass durch den Kommissionsvorschlag das hohe Schutzniveau  für Bienen in Deutschland unterlaufen würde.

Anders als andere EU-Länder hat Deutschland den Einsatz der  Neonicotinoide bereits eingeschränkt. Kritiker warnen, dass  Neonicotinoide neben Vergiftungen auch dazu führen können, dass  Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und nicht mehr in die  Bienenstöcke zurückfinden.

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