
Das Verbot von Mancozeb trug wesentlich zu diesem Rückgang bei.
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Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in den Niederlanden in den zurückliegenden Jahren kräftig zurückgegangen.
-22%
Laut aktuell vorgelegten Zahlen der nationalen Statistikbehörde brachten die niederländischen Landwirte und Gartenbauer im Jahr 2024 noch 3'900 Tonnen Pflanzenschutzmittel aus. Das waren 22% weniger als im Jahr 2020. Der mittlere Verbrauch pro Hektare ging zeitgleich von 7,1 Kilogramm auf 5,6 Kilogramm zurück. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage, die die Behörde alle vier Jahre unter den Betrieben durchführt.
Demnach fiel die Einsatzmenge von Fungiziden und Bakteriziden 2024 mit zusammen knapp 1'700 Tonnen etwa 24% kleiner aus als 2020. Die Statistiker führen als einen Grund für den Rückgang das Verbot von Mancozeb im Jahr 2021 an.
Beim Blumen wenige eingesetzt
Dadurch sei unter anderem der Fungizideinsatz im Anbau von Liliengewächsen, zu denen auch Tulpen zählen, massiv gesunken. Im Kartoffelanbau sei die Einsatzmenge dagegen gestiegen, wohl als Reaktion auf die feucht-warme Witterung in der Anbausaison 2024. Das Jahr 2020 war dagegen warm und trocken gewesen.
Wie viel chemischer Pflanzenschutz in einer Saison konkret notwendig ist, hängt bekanntlich stark vom jeweiligen Witterungsverlauf ab. So liegt der Verbrauch an Herbiziden und Fungiziden in feuchten Jahren höher als in trockenen, was die mitunter starken Schwankungen beim Absatz in einzelnen Jahren erklärt. Aber auch sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen – wie der Widerruf der EU-Genehmigung für Mancozeb – beeinflussen den Mittelabsatz. Aussagekräftiger sind daher mehrjährige Betrachtungen, die aber in den Niederlanden durch den vierjährigen Abfrageturnus nicht möglich sind.
In Deutschland leicht angestiegen
Von Herbiziden wurden 2024 in den Niederlanden laut den Umfrageergebnissen etwa 1'100 Tonnen und damit 15% weniger als 2020 ausgebracht. Die Einsatzmenge an Insektiziden verringerte sich um 34% auf ungefähr 880 Tonnen. Dagegen wurden Wirkstoffe der Kategorie «Sonstige», die beispielsweise zur Schneckenbekämpfung oder zur Regulierung des Pflanzenwachstums eingesetzt werden, umfangreicher genutzt. Ihre Ausbringmenge legte um gut 50% auf 320 Tonnen zu.
In Deutschland war der Absatz von Pflanzenschutzmitteln von 2020 bis 2024 auf einem in der Langzeitbetrachtung eher niedrigen Niveau geringfügig angestiegen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist für 2024 einen Absatz an allen Wirkstoffen ohne Kohlendioxid und Calciumcyanamid von insgesamt 28'590 Tonnen aus, gegenüber 27'810 Tonnen im Jahr 2020.