
Spritzmittelrückstände hängen vom Boden ab.
Inforama
An der «Soils for Europe»-Konferenz vom 7. bis 11. September 2026 in Portugal präsentierte Agroscope neue Ergebnisse aus dem Schweizer Bodenmonitoring. Die beiden Beiträge zeigten, wie Klima, Standort und Bewirtschaftung die Pflanzenschutzmittel-Rückstände sowie die langfristige Entwicklung von Böden beeinflussen. Im ersten Vortrag wurde das künftige Schweizer Monitoring von Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Böden vorgestellt.
Für eine erste Bestandesaufnahme wurden 146 Wirkstoffe und Abbauprodukte an 126 Standorten untersucht. An allen Standorten konnten Rückstände nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass deren Auftreten nicht allein von der Anwendungsintensität abhängt. Ebenso wichtig sind Standort- und Klimafaktoren: In Regionen mit höheren Niederschlagsmengen wurden tendenziell weniger, in Böden mit höheren Gehalten an organischem Kohlenstoff dagegen mehr Rückstände nachgewiesen. Diese Erkenntnisse werden in die Auswahl repräsentativer Standorte für das zukünftige Pflanzenschutzmittelmonitoring einfliessen.
Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die Bodenqualität
Der zweite Vortrag befasste sich mit den Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die Bodenqualität. An 45 Standorten werden seit über 40 Jahren neben Bodeneigenschaften auch detaillierte Bewirtschaftungsdaten erhoben. Die Auswertungen zeigen, dass Unterschiede bei Kohlenstoff- und Nährstoffgehalten vor allem durch Standortfaktoren erklärt werden können. Für deren zeitliche Entwicklung sind jedoch Bewirtschaftung und Klimavariabilität besonders wichtig.
Die Ergebnisse unterstreichen den Wert langfristig erhobener Bewirtschaftungsdaten für das Verständnis von Bodenveränderungen. Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Umsetzung des seit Dezember 2025 geltenden «EU Soil Monitoring Law». Derzeit werden europaweit Grundlagen für eine harmonisierte Bodenüberwachung entwickelt, darunter Indikatoren, Methoden und Dateninfrastrukturen. Für das Schweizer Bodenmonitoring bot Portugal die Möglichkeit, Erfahrungen einzubringen und Ansätze anderer Monitoringprogramme kennen zu lernen.