In dem von der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) geförderten Projekt „Biologische Kontrolle der Kohlhernie in resistenten und anfälligen Rapssorten durch endophytische Pilze“ können die beteiligten Forscher erste, vielversprechende Forschungsergebnisse vorweisen.
Bei der Kohlhernie handelt es sich um eine über Dauersporen im Boden hervorgerufene bedeutende Rapskrankheit, bei der Wurzelverdickungen zu Wasser- und Nährstoffmangel bei befallen Pflanzen führen. Unter Leitung von Prof. Jutta Ludwig-Müller von der TU Dresden und Dr. Nazanin Zamani-Noor vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig sei ein neuartiger Biokontrollorganismus, der Pilz Acremonium alternatum, auf eine mögliche Anwendung gegen Kohlhernie im Feld untersucht worden, teilte die UFOP mit.
Animpfung
Dabei hätten die Forscher bei der Zugabe des Pilzes eine Erhöhung des Frischgewichts bei infizierten Pflanzen beobachten können. Das Potential des Gegenspiels sei dabei im Vergleich einer anfälligen und einer resistenten Rapssorte untersucht worden. Dazu seien zunächst unter Gewächshausbedingungen die geeigneten Sporenkonzentrationen für die Behandlung ermittelt worden.
Danach seien Versuche in Hochbeeten durch die Animpfung von befallenen Pflanzen mit Acremonium alternatum durchgeführt worden. Während laut UFOP keine starken Effekte auf die Krankheitssymptome, also vor allem die Knollenbildung, zu beobachten waren, wiesen die so behandelten Pflanzen beider Rapssorten ein verbessertes oberirdisches Wachstum auf. Dies könnte im Feld zu einer Verbesserung des Ertrages trotz Wurzelsymptomen führen.
Einige Sorten bereits resistent
Um den Pilz besser für die Anwendung nutzen zu können, hätten die Wissenschaftler ausserdem erste Versuche zur Beschichtung des Saatguts mit dem Pilz durchgeführt. «Unsere Ergebnisse sind sehr vielversprechend, doch bis das Verfahren Marktreife erreichen kann, ist noch viel an weiterer Forschungsarbeit nötig», erläutert Ludwig-Müller. Zwar gibt es der UFOP zufolge Rapssorten, die gegen Kohlhernie resistent sind, diese basierten aber derzeit alle auf demselben Resistenzgen.
Dies habe in der Vergangenheit bereits zur Bildung von Mutationen geführt, die aggressiver als die Ursprungserreger aufträten und die Gefahr der Resistenzbrechung erhöhten. Untersuchungen zur Entwicklung einer weiteren Bekämpfungsstrategie durch die Nutzung von endophytischen Pilzen waren daher Gegenstand des Vorhabens, dessen Abschlussbericht jetzt bei der UFOP veröffentlicht wurde.
