
Der Rapserdfloh macht rundliche Stellen in der Blattmitte (Keimblatt oben links), Schnecken hingegen fressen am Blattrand (erstes echtes Blatt rechts).
Inforama
Der Schweizer Rapsanbau steht laut dem Schaffhauser Bauernverband zunehmend unter Druck. Besonders die Larven des Rapserdflohs verursachten im Herbst erhebliche Schäden an jungen Pflanzen. Dies führe zu lückenhaften Beständen und teilweise deutlichen Ertragseinbussen.
Mit dem Verbot neonicotinoidhaltiger Saatbeizmittel sei zudem ein wichtiges präventives Instrument weggefallen. Die derzeit verfügbaren Alternativen reichten in der Praxis nicht aus, um die Kulturen wirksam zu schützen.
Wiederholte Spritzungen verlieren an Wirkung
Aktuell erfolge die Bekämpfung hauptsächlich mit wiederholten Insektizidbehandlungen im Feld, insbesondere mit Pyrethroiden. Deren Wirkung nehme jedoch wegen zunehmender Resistenzen ab. Gleichzeitig steige die Belastung für die Umwelt.
Unter den aktuellen Bedingungen könne der Schutz der Kulturen nicht mehr ausreichend gewährleistet werden, argumentiert der Verband. Dies gefährde Erträge, Anbauflächen und langfristig auch die inländische Versorgung mit pflanzlichen Ölen.
Verband beantragt Zulassung für «Buteo Start»
Vor diesem Hintergrund beantragte der Verband beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine befristete Notfallzulassung für das Produkt «Buteo Start» mit dem Wirkstoff Flupyradifuron.
Die Saatgutbeizung ermögliche eine gezielte Bekämpfung des Rapserdflohs bereits in der frühen Entwicklungsphase der Pflanzen. Im Vergleich zu flächigen Spritzbehandlungen könne der Bedarf an zusätzlichen Insektizideinsätzen reduziert werden.
Erfahrungen aus anderen Ländern
Der Wirkstoff Flupyradifuron ist unter anderem in Deutschland bereits zugelassen, beispielsweise im Zuckerrübenanbau. Auch in der Schweiz bestehen Erfahrungen aus Notfallzulassungen in anderen Kulturen.
Laut dem Bauernverband zeigen diese Anwendungen eine verbesserte Wirkung gegen relevante Schädlinge sowie eine Reduktion zusätzlicher Pflanzenschutzmassnahmen.
Verband fordert breite Diskussion
Mit dem Antrag wolle der Schaffhauser Bauernverband nicht nur eine kurzfristige Lösung für die kommende Aussaat erreichen, sondern auch auf die schwierige Situation im Schweizer Rapsanbau aufmerksam machen.
Der Verband begrüsst deshalb, wenn weitere Organisationen und Akteure der Branche den Handlungsbedarf gegenüber Politik und Behörden ebenfalls thematisieren.