Schilfglasflügelzikade: Lösungsansätze der Branche

Die Schilfglasflügelzikade stellt die Landwirtschaft vor Herausforderungen. Das Insekt überträgt Krankheiten und wird für Kulturen wie Zuckerrüben oder Kartoffeln zunehmend zum Problem. Mehrere landwirtschaftliche Organisationen haben nun Lösungsansätze diskutiert.

pd/blu |

Die Schilfglasflügelzikade breitet sich in der Schweizer Landwirtschaft aus. Sie kann zwei Krankheitserreger übertragen: das Bakterium Arsenophonus sowie das Stolbur-Phytoplasma. Beide sind bei Zuckerrüben bekannt, können aber auch Kartoffeln befallen.

Fruchtfolge im Fokus

In den vergangenen Monaten fanden Gespräche zwischen den betroffenen Organisationen statt. Diskutiert wurden Fruchtfolgeanpassungen, tolerante Sorten, Insektizid-Applikationen, Saatbeizmittel, Monitoring, Beratung, Sensibilisierung sowie weitere agronomische Massnahmen.

«Einzelne Massnahmen, beispielsweise die konsequente Selektion toleranter Sorten, betreffen jeweils nur eine spezifische Kultur. Andere Massnahmen, insbesondere die als hoch wirksam anerkannte Anpassung der Fruchtfolge, betreffen hingegen die Landwirtschaft insgesamt», heisst es in der Mitteilung.

«Pragmatische Lösungen»

Mit einer angepassten Fruchtfolge können die im Boden überwinternden Nymphen bekämpft und der Populationsdruck deutlich gesenkt werden. Die Organisationen wollen deshalb auf pragmatische Lösungen setzen. Im Vordergrund stehen dabei:

  • Forschung und Weiterentwicklung konkreter, praxistauglicher Massnahmen zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade.
  • Aufbau oder Erweiterung von Sortenlisten für alle betroffenen Kulturen mit Sorten, die gegenüber den von der Zikade übertragenen Krankheiten tolerant sind.
  • Eine koordinierte Kommunikation sowie die Sensibilisierung von Landwirtinnen und Landwirten über die verschiedenen Kulturen hinweg.
  • Der Einbezug der Beratung zur Umsetzung gezielter Massnahmen, insbesondere bei der Anpassung der Fruchtfolgen auf regionaler Ebene.

Keine «starren» Programme

Ein Schwerpunkt soll auch auf Informationsveranstaltungen, Beratungsangeboten sowie Sensibilisierungs-, Weiterbildungs- und Austauschformaten liegen. Zudem wollen die Verbände gemeinsam nach Lösungen suchen. Dies soll ein abgestimmtes Vorgehen ermöglichen.

Die Einführung starrer Programme wollen die Verbände vermeiden. Dies könne negative Auswirkungen auf die Agrarmärkte haben. «Eine Fokussierung auf agronomische Überlegungen ist daher zu empfehlen», halten die Organisationen fest.

An den Diskussionen beteiligt waren unter anderem der Schweizer Bauernverband, der Berner Bauernverband, der Schweizerische Getreideproduzentenverband, die Schweizer Kartoffelproduzenten, der Verband Schweizer Gemüseproduzenten und der Verband Schweizer Zuckerrübenpflanzer.

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