BLW reagiert auf Pilzschutzmittel-Vorfall

Nach dem Vorfall mit einem Pilzschutzmittel des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, das vermutlich für Millionenschäden in Schweizer Rebbergen verantwortlich ist, reagiert das Bundesamt für Landwirtschaft. Es will die Regeln für die Zulassung solcher Mittel verschärfen.

sda |

Nach dem Vorfall mit einem Pilzschutzmittel des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, das vermutlich für Millionenschäden in Schweizer Rebbergen verantwortlich ist, reagiert das Bundesamt für Landwirtschaft. Es will die Regeln für die Zulassung solcher Mittel verschärfen.

«Das Zulassungsverfahren wird mindestens ein Jahr länger dauern, weil man auch Schäden untersuchen muss, die allenfalls erst im Folgejahr auftreten können», sagte Jürg Jordi vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF am Mittwoch.

Bislang wurden die Auswirkungen nur während einer Vegetationsperiode überprüft. Dass erst im Jahr nach der Anwendung Nebenwirkungen wie im aktuellen Fall aufgetreten sind, habe man noch nie beobachtet, sagte Jordi. Inzwischen suspendierte das BLW die Bewilligung für das Fungizid.

Am Dienstag kündigte Bayer an, die Schweizer Winzer für die vermutlich vom Pilzschutzmittel «Moon Privilege» verursachten Schäden zu entschädigen. Bei rund 900 Weinbauunternehmen in der Schweiz hatte sich zu Beginn des Sommers gezeigt, dass bei einigen Reben die Blätter deformiert waren und keine Beeren wuchsen.

Die Erforschung der Ursache ist noch nicht abgeschlossen. Dennoch entschied Bayer, die Winzer auf freiwilliger Basis zu entschädigen. Die Weinbranche rechnet deshalb mit Umsatzeinbussen von bis zu 80 Millionen Franken.

Bayer will den betroffenen Weinbauern voraussichtlich im 1. Quartal 2016 je nach Betroffenheit individuelle Angebote für eine freiwillige Zahlung unterbreiten. Über die Entschädigungssummen machte die Medienstelle von Bayer Schweiz auf Anfrage keine Angaben.

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