Das ist die Obstsorte des Jahres

Die Vereinigung ehrt 2026 eine Sauerkirsche. Sie ist robust im Anbau und gut geeignet für Konfitüre oder Torten.

Jana Daepp* |

Fructus, die Vereinigung zur Förderung der Obstsortenvielfalt, hat das Hallauer Aemli zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2026 erkoren. Die Sauerkirschensorte stammt vermutlich aus der Region um Hallau im Kanton Schaffhausen und wurde 1937 dokumentiert. Genetische Untersuchungen zeigen, dass es die am weitesten verbreitete Sauerkirsche der sogenannten Aemli-Typen ist.

Geeignet an Schattenlagen

Sauerkirschen wurden in der Schweiz traditionell kaum im grossflächigen Erwerbsanbau kultiviert. Ihre Bedeutung lag vielmehr im kleinräumigen Anbau in auf Selbstversorgung ausgerichteten Hausgärten sowie auf Einzelbäumen in bäuerlichen Betrieben. Trotz der früheren Verbreitung ist deren Anbau in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Das hängt auch mit dem Vormarsch der Kirschessigfliege zusammen. Das Hallauer Aemli weist aber wertvolle Eigenschaften auf: Der Baum bleibt klein und lässt sich gut mit Netzen vor der Kirschessigfliege schützen.

Die Obstsorte des Jahres

2025: Schweizer Orangenapfel

2024: Toggenburger Schafenbirne

2023: Löhrpflaume

2022: Niederhelfenschwiler Beeriapfel

2021: Usterapfel

2020: Bratbirne

2019: Lüina (Edelkastanie)

2018: Hauszwetschge

2017: Quitte. sum

Er ist wenig anspruchsvoll, gedeiht auf unterschiedlichen Böden und kommt in weniger begünstigten Lagen zurecht – sogar an nordseitigen Hausfassaden und dank der Selbstfruchtbarkeit auch als Einzelbaum. Studien weisen darauf hin, dass Sauerkirschen entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können.

Vollreif ernten

Ihr regelmässiger Konsum soll dank natürlichem Melatonin zudem zu einer besseren Schlafqualität verhelfen. Geschmacklich zeichnet sich das Hallauer Aemli durch eine ausgeprägte herbe Säure mit einem süssen Anteil aus. Die Sorte eignet sich besonders für die Verarbeitung, etwa zu Konfitüre, Saft, Torten, Dörrobst oder sortenreinem Edelbrand. Verbreitet ist auch das Einlegen in Zuckerwasser oder Kirsch, beispielsweise für die Verwendung in der Schwarzwälder Kirschtorte.

Da Sauerkirschen nicht nachreifen, müssen die Früchte vollreif geerntet werden. In diesem Zustand sind sie empfindlich und sollten rasch verzehrt oder verarbeitet werden. Mit der Wahl zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2026 will Fructus Sauerkirschen wie das Hallauer Aemli wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Wer einen Baum der Sorte Hallauer Aemli pflanzt, entscheide sich nicht nur für eine ertragreiche Sauerkirsche, sondern leistet zugleich einen Beitrag zum Erhalt der Obstvielfalt.

*Jana Daepp arbeitet bei Fructus.

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