Die Erdbeeren-Saison hat wieder begonnen. Obstbauern rechnen mit einer guten Ernte – trotz Frostnächten im April und Mai. Die Erdbeere, die Königin unter den Beeren, erreichte 1712 Europa.
Im Moment beginnt gerade die Haupternte der Erdbeeren, die ersten Exemplare wurden bereits Anfang Mai gepflückt. Doch die grossen Mengen kommen erst jetzt auf den Markt. Frostnächte im Frühjahr haben gemäss Schweizer Obstverband zwar da und dort den Kulturen etwas zugesetzt, gerechnet wird dennoch mit einer guten Ernte.
Zwei Drittel aus dem Ausland
Erdbeeren liegen im Trend, der Konsum hat in den letzten Jahren zugenommen. Zwei von drei Erdbeeren stammen aus dem Ausland, denn ein Grossteil wird ausserhalb der hiesigen Saison gegessen. Insbesondere von Februar bis Mai werden jeweils grosse Mengen importiert.
Um von der grossen Nachfrage im Frühjahr profitieren zu können, versuchen Schweizer Beerenproduzenten, möglichst früh Erdbeeren anbieten zu können. Dabei helfen einerseits Sorten, die früh reif sind, andererseits spezielle Techniken. So bedecken die Beerenproduzenten ihre Freilandkulturen mit einem Vlies.
Beerenproduzenten verlängern Saison
Dieses schützt die empfindlichen Erdbeeren vor Frost und sorgt für mehr Wärme im Boden, womit die roten Früchte früher geerntet werden können. Ein weiteres System, um Erdbeeren zu verfrühen, sind die so genannten Folientunnels. Dabei handelt es um eine Konstruktion aus Stahlrohren, die mit Plastikfolien bespannt sind. Dank diesen Massnahmen sind Schweizer Erdbeeren jeweils von Mitte Mai bis September verfügbar. Und nicht nur während rund vier Wochen im Sommer.
Erdbeeren sind mit Abstand die beliebtesten Beeren der Schweizer. Hinter Apfel und Birne sind sie zudem eine der wichtigsten Früchte für die hiesigen Obstproduzenten. In der Schweiz werden auf 518 Hektaren Erdbeeren angebaut. Der Schweizer Obstverband betont, dass die einheimischen Erdbeeren dank kurzer Transportwege ausgereift und frisch in den Laden kämen.
Die Erdbeere erreichte 1712 Europa. «Fragaria chiloensis» hiess die süsse Fracht, die der französische Seeoffizier Fraisier damals aus dem fernen Südamerika nach Hause brachte und die ihm zu Ehren im französischen Sprachraum bald «la fraise» genannt wurde. Durch die Kreuzung mit der «Fragaria virginiana» aus Nordamerika entstand 1766 in Holland unsere heutige Gartenerdbeere, schreibt Swiss Fruit auf ihrer Website.
Tipp
Erdbeeren sind leicht verderblich. Im Kühlschrank lassen sie sich nur kurze Zeit aufbewahren. Deshalb empfiehlt es sich, sie direkt nach dem Kauf zu verzehren oder zu verarbeiten.