Diese Produzenten profitieren von Unwetter

Belgische und niederländische Gurkenproduzenten profitieren vom Unwetter in Südeuropa. Die betroffene Region konkurriert zu bestimmten Zeiten des Jahres mit flämischem Obst und Gemüse.

mgt/ats |

Dieser Vorteil scheint sich jedoch nur auf Gurkenproduzenten mit künstlicher Beleuchtung zu beziehen, die seit Wochen aussergewöhnlich gute Preise erzielen. Dies berichtet fruchtportal.de auf seiner Homepage unter Berufung auf das Flämische Informationszentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).

Bei Paprika und Auberginen habe man die Produktion noch nicht aufgenommen, heisst es seitens BelOrta, einer belgischen Genossenschaft von Obst- und Gemüseproduzenten .

Das anhaltende Unwetter in Spanien und Marokko mit Starkregen und Überschwemmungen habe die Produktion und den Transport von Tomaten und anderem Gemüse stark beeinträchtigt.

Infolgedessen seien die Regale in belgischen und niederländischen Supermärkten weniger gut gefüllt, und die Preise stiegen aufgrund logistischer Verzögerungen und Qualitätsprobleme.

Gurkenpreise steigen

Auch in Flandern scheine das Unwetter Auswirkungen auf die Preise zu haben. Aufgrund des Unwetters kämen deutlich weniger Gurken aus der betroffenen Region, was zu einem Angebotsengpass und damit zu guten Preisen führe, erklärt Benny Cuypers von BelOrta.

Gurken erzielten an der Auktionsuhr bei BelOrta mit rund 1 Euro (0,91 Rappen) pro Stück einen guten Preis. Die Auktion in Sint-Katelijne-Waver werde von flämischen und niederländischen Gurkenproduzenten beliefert, die insgesamt 10 Hektaren beleuchtete Anbaufläche bewirtschafteten. Vor zwei Wochen sei der Preis noch deutlich niedriger gewesen, so Cuypers.

Können nicht von Notlage profitieren

Die betroffene Region sei auf den Anbau von Weichobst und Gemüse für den Export spezialisiert und konkurriere zu bestimmten Zeiten des Jahres mit belgischen Produkten.

So stünden neben Gurkenproduzenten auch Auberginen- und Paprikaproduzenten im Frühjahr jeweils vor einem Countdown, bis die Produktion in Spanien aufgrund des warmen Wetters zum Erliegen komme.

Derzeit gebe es jedoch keine Paprika- und Auberginenproduktion, weshalb diese Produzenten nicht von der Notlage in Südeuropa profitieren könnten, führt Cuypers weiter aus.

Spanien als grosser Konkurrent

Für den Auberginenproduzenten Jan Heulens aus Vremde sei es ungewiss, ob er Ende Februar, wenn seine Produktion beginne, vom Unwetter in Spanien profitieren werde. Vieles hänge davon ab, ob Obstplantagen gerodet worden seien.

Er habe von grossen Schäden im Beerenobstbereich gehört, jedoch keine entsprechenden Signale aus dem Auberginenanbau vernommen. Sollten keine Rodungen stattgefunden haben und sich das Wetter rasch bessern, werde die Produktion dort wieder anziehen.

Spanien sei ein starker Konkurrent, insbesondere für flämische Auberginenproduzenten. Dort gebe es rund 1’500 Hektaren Auberginen. Die Produktion sei zwar normalerweise nicht so hoch wie in Flandern, dennoch handle es sich um grosse Mengen.

Nachdem Heulens Ende Februar die ersten Früchte geerntet habe, steige die Produktion gegen Ende März rasant an.

Der April sei häufig eine schwierige Phase, da die flämisch-niederländische Produktion ihren Höhepunkt erreiche und gleichzeitig auch ein grosses Angebot aus Spanien vorhanden sei.

Sobald es in Spanien zu heiss werde und die Ernte abklinge, verbesserten sich die Preise hierzulande.

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