Ob in der Haute Cuisine, bei Grillpartys oder als Scharfmacher – Paprika gehört weltweit als Gemüse oder Gewürz zum Essen dazu. Er ist leicht zu produzieren, zu konservieren und einfach in getrockneter Form zu transportieren.
Dank dieser Eigenschaften wurde die Gattung Paprika (Capsicum), zu der auch Chilis und Peperoni zählen, schon früh von Händlern in weiten Teilen der Welt vertrieben und zu einem der ersten Beispiele für globalisierten Handel.
Kulinarische Tradition verändert
Das berichtet ein internationales Forschungsteam in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (»PNAS»). «Wir haben einen riesigen genomischen Fingerabdruck von mehr als zehntausend Paprika-Proben aus Genbanken aus der gesamten Welt erstellt und diese Daten genutzt, um die Geschichte dieses Gemüses und Gewürzes zu untersuchen», sagte Pasquale Tripodi vom italienischen Forschungsinstitut CREA, einer der beiden Erstautoren der Studie.
Ziel der Untersuchung war es, genauere Informationen über die Ausbreitung der wirtschaftlich wohl bedeutendsten Paprikaart Capsicum annuum zu erhalten. Diese habe die kulinarische Tradition in vielen Teilen der Welt massgeblich verändert.
Gewürzschärfe
Die untersuchten Paprika stammen aus 130 Ländern von fünf Kontinenten. «Die Ergebnisse zeichnen ein Bild von Paprika als einem sehr begehrten Kulturgut, das sich schon früh entlang der grossen Handelsrouten zu Land und zu Wasser über den gesamten Globus verbreitete», sagte der andere Erstautor, Mark Timothy Rabanus-Wallace vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) im deutschen Gatersleben.
Ein zentraler Faktor für die Bedeutung von Paprika sei sicher die Gewürzschärfe. «Das gilt vor allem für Europa, wo scharfe Gewürze früher selten und importierter schwarzer Pfeffer sehr teuer war.»
