
Liebstöckl wächst auch im eigenen Garten gut und benötigt nicht allzu viel Pflege.
Jonas Ingold
Hierzulande ist Liebstöckel bekannter unter dem Namen Maggikraut. Den Namen erhielt der aromatische Doldenblütler, weil sein Geschmack dem der berühmten Flüssigwürze ähnelt. In der Rezeptur der Maggi-Würze ist jedoch gar kein Liebstöckel enthalten. Das Aroma von Liebstöckel ist intensiv und sticht oft schon von Weitem in die Nase.
Bedeutendes Heilkraut
Bei uns ist das Maggikraut in seiner Wildform nur noch sehr selten zu finden. Früher war es vermutlich stärker verbreitet, denn Liebstöckel war viele Jahrhunderte lang ein bedeutendes Heilkraut. So fand das Maggikraut bereits im 1. Jahrhundert Einzug ins offizielle Arzneimittelverzeichnis und im 8. Jahrhundert ins Liber de cultura hortorum, das offizielle Gartenbaubuch der damaligen Zeit. Interessant ist, dass Liebstöckel auch im Arzneimittelverzeichnis bereits als bedeutendes Würzkraut beschrieben wird.
So wächst das Maggikraut
Liebstöckel ist eine winterfeste Pflanze und verträgt Temperaturen von bis zu -15 °C. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Vorderasien, wo die Temperaturen regelmässig unter den Gefrierpunkt fallen. Deshalb sind seine Blätter relativ gross, stark glänzend und robust, sodass sie besser gegen Frost oder schlechte Witterung geschützt sind.
Die Blattkanten sind markant gesägt, und die Blätter sind hellgrün. Interessant ist das Phänomen, dass die unteren Blätter auf einem Stil sitzen, die oberen Blätter sich hingegen direkt am Stängel befinden. Liebstöckel ist in Kräutergärten weit verbreitet und erreicht bei guter Pflege eine Höhe von bis zu zwei Metern.
Die Blütezeit des Liebstöckels ist mit Juli bis August eher kurz. Dabei wachsen die gelben bis gelbgrünen Blüten in Doppeldolden, auf denen jeweils bis zu elf Blüten sitzen. Man kann sich eine Dolde wie einen aufgespannten Regenschirm vorstellen, an dessen Enden die Blüten sitzen würden. Andere bekannte Doldenblütler sind Dill, Koriander oder Giersch.