Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren werden die Preise für Schweizer Weihnachtsbäume in diesem Winter leicht steigen. Die Teuerung werde jedoch «moderat ausfallen», sagte Philipp Gut, Geschäftsführer des Branchenverbands IG Suisse Christbaum, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Das Plus soll mehrheitlich im Rahmen von 1 bis 2 Prozent liegen, in jedem Fall aber unter 5 Prozent.
Höhere Preissteigerungen erwartet Gut aber bei importierten Bäumen, vor allem bei solchen aus Dänemark. Das Land habe Anfang Jahr mit Frost zu kämpfen gehabt und auch die Überproduktion der Vorjahre habe sich normalisiert. Daher sei das Angebot in diesem Jahr eher knapp, was zu höheren Preisen führen werde. Zudem mache sich auch die nach wie vor höhere Teuerung in der EU bemerkbar.
Der Detailhändler Coop erwartet bei den kleinen Baumgrössen stabile Preise. Dagegen würden die grossen Bäume aufgrund höherer Logistik- und Transportkosten leicht teurer. Bei der Migros zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab. So sei die Preisentwicklung je nach Region verschieden.
Stabile Nachfrage erwartet
Der Branchenverband und die Grossverteiler erwarten diesen Winter eine stabile Nachfrage nach Christbäumen. Dabei werde vermutlich auch der Trend hin zu Schweizer Weihnachtsbäumen weiter zunehmen.
Da die Schweiz die Nachfrage nach Bäumen aus eigener Produktion nicht decken kann, wird ein beachtlicher Teil aus dem Ausland importiert. Wichtige Lieferanten sind hier vor allem Dänemark und Deutschland.
Die meisten Grossverteiler bieten sowohl heimische als auch importierte Christbäume an. Dabei beziehen Landi, Coop und auch die Migros auch einen grösseren Teil der Bäume direkt aus der Region. Aldi setzt dagegen einzig auf Nordmanntannen aus der EU.
Coop verkauft direkt nur Schweizer Tannen. Bei der Baumarkttochter Jumbo liege der Schweiz-Anteil derzeit bei 85 Prozent und solle mittelfristig auf 100 Prozent erhöht werden, teilte der Konzern mit. Auch bei der Migros liegt der Anteil aus Schweizer Produktion bei 90 Prozent. Wenn möglich, werde auf Schweizer Bäume gesetzt.
Voraussetzungen für Schweizer Bäume gut
Für die Weihnachtsbäume aus heimischer Produktion stehen die Zeichen gut. So war das Wetter in diesem Jahr gut und es gab keine grösseren Unwetter.
Die Mitte November gesunkenen Temperaturen seien tendenziell positiv, denn dann würden die Bäume «in die Winterruhe gehen» und sich damit auch länger halten, erklärte Gut. Er hofft allerdings für eine einfache Ernte auf wenig Schnee.
Wie üblich werden vor allem die Nordmanntannen gefragt sein, da sie lange frisch bleiben. Auch hierzulande wird diese Baumart immer stärker angebaut. Aus der Schweiz kommen zudem noch Rot- und Blautannen.
Bäume kommen wieder etwas später in den Verkauf
«Die letzten Jahre gab es vor allem bei den Grossverteilern einen Wettbewerb darum, wer zuerst Christbäume im Angebot hat», sagte Gut weiter. Dies habe sich nun etwas normalisiert.
Da die Bäume in der Vergangenheit oft schon früh gefällt wurden, waren sie teilweise lange auf Paletten gelagert. «Das hat ihnen nicht gut getan», so Gut.
Viele Bäume begannen daher vergleichsweise kurz nach dem Aufstellen zu nadeln, was zu Kundenreklamationen führte. Händler würden die Bäume daher nicht schon Anfang Dezember von den Produzenten fordern, sondern viel näher am Weihnachtsfest, erzählte der Verbandschef.
