Graubünden ruft zum Schutz gefährdeter Pflanzen auf

Im Kanton Graubünden stehen über 150 Pflanzenarten unter Schutz. Viele von ihnen sind nicht selten, geraten jedoch durch menschliches Verhalten zunehmend unter Druck. Behörden appellieren an Bevölkerung und Gäste, Verantwortung zu übernehmen.

ats/mgt |

Ob entlang von Wanderwegen, auf Alpweiden oder im hochalpinen Raum – der Graubünden beherbergt eine grosse Vielfalt an Pflanzenarten. Insgesamt sind 105 Arten national und weitere 51 kantonal geschützt. Dabei handelt es sich nicht ausschliesslich um seltene Pflanzen.

Einige sind weit verbreitet, gelten jedoch als gefährdet, etwa wegen ihrer Beliebtheit als Heilpflanzen oder ihrer auffälligen Erscheinung.

Ein zentrales Problem stellt das Sammeln dar, teilt der Kanton Graubünden mit. Auch wenn einzelne Pflanzen häufig vorkommen, kann übermässiges Pflücken oder Ausgraben ihre Bestände langfristig schädigen. Entsprechend gelten klare gesetzliche Vorgaben: Geschützte Pflanzen dürfen weder gepflückt noch ausgegraben, transportiert, verkauft oder zerstört werden.

Informationsangebote für mehr Bewusstsein

Um den Schutz dieser Arten zu stärken, setzt der Kanton auf Information und Sensibilisierung. Über das Amt für Natur und Umwelt Graubünden werden verschiedene Materialien kostenlos zur Verfügung gestellt. Dazu gehört unter anderem eine Informationstafel zu geschützten Pflanzenarten, die sich besonders für öffentlich zugängliche Orte wie Wanderwege oder Schulareale eignet.

Ergänzend dazu wurden zehn regionale Merkblätter erarbeitet, die typische geschützte Pflanzenarten in den jeweiligen Gebieten anschaulich vorstellen. Die Angebote richten sich an Gemeinden, Tourismusorganisationen, Schulen, Naturpärke sowie interessierte Privatpersonen.

Verantwortung in der Natur

Die Behörden betonen, dass der Schutz der Pflanzenvielfalt nur gemeinsam gelingen kann. Wer sich in der Natur bewegt, trägt Mitverantwortung für deren Erhalt. Ziel der Informationskampagne ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung und Verletzlichkeit der geschützten Pflanzen zu stärken und einen respektvollen Umgang mit der Natur zu fördern.

Die Informationsmaterialien können über die Website des Amts für Natur und Umwelt kostenlos bezogen werden.

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