
Blick auf die sehr gut wachsende Rotkohlsorte Rodynda.
Fibl
Rotkohl ist im Bioanbau eine wichtige Kultur für den Frischmarkt, die Direktvermarktung und die Verarbeitung.
Fünf Rotkohlsorten
In einer Praxisprüfung wurden fünf Rotkohlsorten an fünf Standorten in unterschiedlichen Anbausystemen geprüft. Ziel: Die Sortenleistung, die Standortanpassung und die Eignung für verschiedene Vermarktungswege vergleichend beurteilen.
Die Auswertung der Ertragsdaten zeigt deutliche Standorteffekte. Beispielsweise zeigte ein Standort mit extensiver Bodenbearbeitung und Mulchauflage eine sehr gute Bestandsentwicklung, jedoch ein eher geringeres Einzelgewicht. Auch sortenspezifisch gab es klare Unterschiede. Die Sorte Amarant erreichte hohe Reifewerte, zeigte jedoch eine geringere Gesundheitsbewertung.
Sorte «Schwarzkopf» zeigt Konstanz
Im Gegensatz zu den Sorten Granat und Rodynda, die gute Gesundheit mit homogener Reife kombinierten und sich an mehreren Standorten als sehr robust erwiesen. Die Sorte Schwarzkopf zeigte konstante Nettoerträge, während Kalibos besonders durch gleichmässige Kopfgrössen auffiel. Die Differenz zwischen Brutto- und Nettoertrag variierte je nach Sorte und Standort deutlich, was jeweils auch einen grösseren Aufwand zum Abrüsten bedeutete.
Kleinere bis mittlere Kopfgrössen lagen vollständig innerhalb der geltenden Qualitätsnormen und erwiesen sich insbesondere für Direktvermarktung oder Gemüseabos als vorteilhaft. Die Ergebnisse unterstreichen, dass im Bioanbau nicht die maximale Kopfgrösse, sondern die passende Sorte, der Standort und die Vermarktungsstrategie entscheidend sind.
*Ludek Mica arbeitet bei Fibl.