Kernobst: Neue Grafik macht Marktmechanismen sichtbar

Eine aussergewöhnlich hohe Apfel- und Birnenernte prägte den Kernobstmarkt 2024/25 und führte zu Preisdruck. Eine neue interaktive Infografik veranschaulicht Anbauflächen, Mengenströme, Preise sowie Import- und Exportzahlen entlang der Wertschöpfungskette.

pd/ome |

Die Vermarktung von Äpfeln und Birnen stellte die Branche im Erntejahr 2024/25 vor grosse Herausforderungen. Eine sehr gute Ernte führte zu einem hohen Inlandangebot und entsprechend hohem Preisdruck. Eine neue interaktive Infografik veranschaulicht die Mengenströme und Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Anbau bis zum Verkauf. Entdecken Sie, wo das Kernobst produziert wurde und wie es in der Schweiz vermarktet wird.

Je nach Auswahl zeigt die Infografik den Schweizer Apfel- oder Birnenmarkt. Dargestellt sind die Anbauflächen von Tafelkernobst sowie Verkaufs- und Preisangaben für Tafel- und Mostobst entlang der Wertschöpfungskette. Einbezogen sind auch Import- und Exportmengen. Alle Zahlen beziehen sich auf die Kampagne 2024/25, die von August 2024 bis Juli 2025 dauert.

Wallis und Thurgau sind Spitzenreiter

Äpfel sind die beliebteste Schweizer Frucht und nehmen mit 3269 Hektaren (2024) die grösste Anbaufläche ein. Birnen werden auf 717 Hektar angebaut. Der Schwerpunkt des Tafelkernobstanbaus liegt in den Kantonen Wallis und Thurgau. Erfasst sind Anlagen für den Frischkonsum. Mostobst stammt überwiegend von Hochstammbäumen, für die keine exakten Flächendaten vorliegen.

Dank günstiger Witterungsverhältnisse fiel die Ernte im Jahr 2024 aussergewöhnlich hoch aus. Es wurden 113’518 Tonnen Tafeläpfel und 19’481 Tonnen Tafelbirnen geerntet. Auch beim Mostobst wurden sehr hohe Mengen verarbeitet.

Der Grosshandel war mit einem Anteil von 71 Prozent bei Tafeläpfeln und 83 Prozent bei Tafelbirnen der wichtigste Absatzkanal. Während Importe bei Äpfeln mit rund vier Prozent eine untergeordnete Rolle spielten, lag der Importanteil bei Birnen bei rund 22 Prozent – was vor allem an ihrer geringeren Lagerfähigkeit liegt.

-> Hier finden Sie die interaktive Grafik, die oben abgebildet ist.

Detailhandel bleibt Hauptabsatzkanal

Mit 59’444 Tonnen Äpfeln und 13’952 Tonnen Birnen blieb der Detailhandel der Hauptabsatzkanal. Aufgrund der höheren Schweizer Produktionskosten sind die Exporte gering. Mit 2580 Tonnen Äpfeln lagen sie im Jahr 2024/25 jedoch über dem Vorjahresniveau, um hohe Lagerbestände abzubauen.

Das hohe Angebot führte zu Preisrückgängen auf allen Wertschöpfungsstufen. Gala war mit 37 Prozent die meistverkaufte Apfelsorte im Grosshandel, gefolgt von Golden und Braeburn. Golden war auf Produktions- und Grosshandelsstufe die günstigste Sorte. Im Detailhandel hingegen war Gala die preiswerteste Hauptsorte: Der Preis für Gala Klasse I sank gegenüber 2023/24 um 12,4 Prozent. Auch im Bio-Segment wurden die Preise bei Gala stärker reduziert als bei anderen Sorten.

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