
Bäume stossen schlecht befruchtete Blüten von Natur aus ab. Tragen sie übermässig viele Früchte, reicht das nicht aus.
Inforama
Für eine wirtschaftliche Obstproduktion sind regelmässige Erträge mit qualitativ hochwertigen Früchten entscheidend. Obstbäume trennen sich von Natur aus von schlecht befruchteten Früchten und stossen sie ab. Für die Qualitätsproduktion reicht dies nicht aus. Ergänzend zur Regulierung des Behangs im Winterschnitt wird einer zu starken Blüten- und Fruchtbildung durch gezielte Ausdünnung entgegengewirkt. So muss der Baum den ganzen Sommer über weniger Früchte ernähren und kann diese tendenziell grösser, mit vollem Geschmack und in schöner Farbe ausbilden.
Die mechanische Ausdünnung erfolgt zwischen dem Ballonstadium und dem Abblühen. Mit rotierenden Kunststofffäden werden gezielt Blütenbüschel entfernt, aber auch Blätter verletzt; der daraus resultierende Ethylenschock begünstigt die Ausdünnung. Für die chemische Ausdünnung stehen vor, während oder nach der Blüte verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung: Kalium-Bicarbonat, Ethephon, das nach 2026 nicht mehr erlaubt ist im Obstbau, und Naphthylacetamid (NAAm).
Für die beste Wirksamkeit gilt, die Anwendungsindikationen des eingesetzten Pflanzenschutzmittels und die optimale Witterung zum Spritzen zu beachten. Die manuelle Ausdünnung erfolgt, wenn die Früchte entwickelt sind. Das präzise Abknipsen oder Abschneiden von überflüssigen Früchten ist sehr arbeitsintensiv. Der Vorteil liegt darin, dass die Frostgefahr zu diesem Zeitpunkt gebannt ist und sich die verbleibenden Früchte gut entwickeln können.
*Michaela Burkhart arbeitet beim Inforama