Nur reife Zwetschgen ernten

Die Ernteaussichten für Zwetschgen sind sehr gut. Damit die Menge optimal vermarktet werden kann, müssen die Früchte ab Saisonstart nicht nur schön aussehen, sondern auch gut sein.

Jürg Maurer, Inforama Oeschberg, FOB |

Die Ernteaussichten für Zwetschgen sind sehr gut. Damit die Menge optimal vermarktet werden kann, müssen die Früchte ab Saisonstart nicht nur schön aussehen, sondern auch gut sein.

Der Konsument will voll ausgereifte und aromatische Früchte, aber nicht zu weiche. Der Handel wünscht eher knapp reife, feste Früchte, die sich einige Tage im Verkaufsregal  präsentieren. Deshalb ist der Erntetermin für den Zwetschgenproduzenten eine Herausforderung. Speziell die neueren Sorten, die  sehr früh blau aussehen, aber noch nicht reif sind, sind schwierig zu ernten.

Zuckergehalt ist wichtig

Damit die Früchte aromatisch  schmecken, brauchen sie einen Mindestzuckergehalt. Dieser variiert je nach Jahr, Sorte und Behang. Deshalb gibt es keine verbindlichen Richtwerte. Eine grosse Bedeutung für die Bestimmung der optimalen Reife haben Fruchtfleischfarbe und Geschmack. Bei ungenügender Reife schmecken die Früchte noch grasig grün und sind bitter. Mit zunehmender Reife werden sie weicher.

Die Fleischfarbe variiert je nach Sorte von Grüngelb bis Goldgelb. Geerntete Zwetschgen reifen – im Gegensatz zum Kernobst – nicht nach,  da sie nur sehr wenig Ethylen produzieren. Was aber stattfindet, ist ein Säureabbau und eine Nachbläuung. Daher kommt das Empfinden, dass Zwetschgen nach der Ernte nachreifen. Das fehlende Aroma bei zu früher Ernte wird mit der Lagerung nicht mehr erreicht.

Mehrere Erntedurchgänge nötig

Nicht alle Zwetschgen sind gleichzeitig reif. Früchte im oberen Baumbereich reifen bis zu einer Woche früher. Bei der Ernte darauf achten, die Früchte so wenig wie möglich anzufassen und umzuschütten. Die Bereifung (der graue Duft) gehört zur Frucht und muss erhalten werden. Er konserviert die Frucht vor Krankheiten und Wasserverdunstung. Jede Berührung hinterlässt Spuren, vermindert die Attraktivität und beeinträchtigt die Lagerdauer. 

Ebenfalls ist darauf zu achten, dass es beim Stielansatz keine Beschädigungen oder Risse an der Haut gibt. Wenn der Stiel das Fruchtfleisch abreisst, ist das ein Zeichen von ungenügender Reife oder unsorgfältiger Pflückarbeit. Die Früchte müssen unmittelbar nach der Ernte abtransportiert und gekühlt werden und dürfen nicht an der Sonne stehen. Eine optimale Lagerung, wenn nötig, findet bei 1°C und 95% Luftfeuchtigkeit statt.

 

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