RU: Tomatenmarkt nur langsam öffnen

Das russische Einfuhrembargo für türkische Tomaten gilt seit dem 1. November nicht mehr. So genehmigte das russische Landwirtschaftsministerium zuletzt die Einfuhr von bis zu 50'000 t Tomaten aus der Türkei bis zum Ende des laufenden Jahres. Auf eine vollständige Marktöffnung wird aber offensichtlich mit Rücksicht auf die heimischen Produzenten verzichtet.

Das russische Einfuhrembargo für türkische Tomaten gilt seit dem 1. November nicht mehr. So genehmigte das russische Landwirtschaftsministerium zuletzt die Einfuhr von bis zu 50'000 t Tomaten aus der Türkei bis zum Ende des laufenden Jahres. Auf eine vollständige Marktöffnung wird aber offensichtlich mit Rücksicht auf die heimischen Produzenten verzichtet.

Wie die Expertin Natalia Penkowa vom Forschungsinstitut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) in Moskau erklärte, hatten die russischen Gemüsebauern nach der Verhängung des Importstopps im Januar 2016 nämlich begonnen, von der Gurken- auf die Tomatenproduktion umzusteigen.

Ausserdem sei die Gewächshausfläche in den drei vorhergehenden Jahren bereits kräftig ausgeweitet worden. Deshalb habe sich die Produktion von Gewächshaustomaten in Russland während des Embargos beinahe verdoppelt.

Illegale Importe von Tomaten

Der Geschäftsführer des russischen Lebensmittelanbieterverbandes (Rusprodsoyuz), Dmitrj Wostrikow, bezifferte die notwendige Amortisationsdauer für solche Investitionen auf drei bis vier Jahre. Auf die Türkei entfielen vor dem Embargo 40 % bis 53 % der russischen Tomatenimporte.

Als Folge des Einfuhrstopps stieg der Anteil der heimischen Gewächshaustomaten im russischen Lebensmitteleinzelhandel im laufenden Jahr auf etwa 40%, nach nur rund 20% im Jahr 2013.

Allerdings hatten die russischen Behörden während des Embargos wiederholt moniert, dass türkische Tomaten dennoch weiterhin nach Russland geliefert würden, und zwar über illegale Umwege. Der Verband der russischen Obst- und Gemüseproduzenten schätzt den Umfang der illegalen Importe auf 100'000t Tomaten pro Jahr. Diese Menge entspricht etwa der Hälfte der diesjährigen russischen Produktion von Gewächshaustomaten. 

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