«Die extreme Trockenheit hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Beeren sind vielfach sehr klein», sagte Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager am Donnerstag in Wien. Im Vorjahr gab es mit rund 2,6 Millionen Hektoliter fast eine Rekordernte.
Früher Start
Die Weinernte habe wegen der Hitze «aussergewöhnlich früh begonnen», so der Weinbaupräsident vor den Medien. Die Weinbauern befinden sich bereits mitten in der Ernte. In Niederösterreich, der Steiermark und Wien hat Anfang September die Hauptlese gestartet.
Besonders der Osten Österreichs war 2026 von extremer Trockenheit und Hitze betroffen. Die Winzer im Weinviertel erwarten einen Wein-Mengenrückgang von bis zu 40 Prozent. «Kleine Beeren bedeuten weniger Saft, aber eine hohe Konzentration an wertgebenden Inhaltsstoffen», sagte Schmuckenschlager. Man erwarte «daher besonders aromatische und ausdrucksstarke Weine».
Reserven aus dem Weinjahr 2025
Man habe «kein Weinmarktproblem», weil man auf Mengenreserven aus dem guten Weinjahr 2025 zurückgreifen könne, sagte der Weinbaupräsident. Der Weisswein sei «sehr stabil im Preis», beim Rotwein kämpfe die Branche, weil es in Europa einen Überschuss gebe.
Der österreichische Weinbauverband will wie Frankreich und Deutschland auf die EU-Agrarkrisenreserve zurückgreifen und 7 bis 10 Millionen Liter überschüssigem Rotwein zu Industriealkohol verarbeiten lassen. Derzeit würden dazu Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium laufen.
In Österreich setzt sich die Weinernte normalerweise zu zwei Drittel aus Weisswein und ein Drittel aus Rotwein zusammen. Der Weinbauverband erwartet aufgrund der schwierigen Marktlage beim Rotwein einen weiteren Trend zum Weisswein-Anbau in Österreich.
