Was ist die «Comfort Zone» der Chicorée-Wurzeln?

Neue Versuchsreihen der Vereinigung Chicorée-Wurzelproduzenten untersuchen derzeit, wie sich Saatabstände und Saatdichten auf Wurzelkaliber, Pflanzengesundheit und Unkrautbekämpfung auswirken. Die Ergebnisse sollen sowohl dem biologischen als auch dem konventionellen Anbau wichtige Erkenntnisse liefern.

mgt/ats |

In den vergangenen Wochen sind auf vier Betrieben neue Versuchsreihen der Vereinigung Chicorée-Wurzelproduzenten gestartet, heisst es in einer Mitteilung. Gemeinsam mit dem Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg werden dabei unterschiedliche Saatdichten sowie Abstände innerhalb der Doppelreihen untersucht. Ziel ist es, optimale Bedingungen für die Bildung hochwertiger Chicorée-Wurzeln zu identifizieren.

Für die Qualität der späteren Chicorée-Zapfen spielt das Kaliber der Wurzeln eine zentrale Rolle. Beeinflusst wird dieses unter anderem durch die Saatdichte und den Abstand der Reihen auf dem Damm. Die Versuche wurden von Cris Dörig, Beraterin bei der Vereinigung Chicorée-Wurzelproduzenten, zusammen mit Björn Berchtenbreiter, Berater Gemüsebau am Arenenberg, vorbereitet.

Engere Reihenabstände im Fokus

Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, wie stark sich die Abstände innerhalb der Doppelreihe reduzieren lassen, ohne negative Auswirkungen auf Pflanzengesundheit oder Wurzelkaliber zu riskieren.

«Wir haben uns die Frage gestellt, wie weit wir den Abstand verkleinern können, ohne negative Folgen für Pflanzengesundheit und Kaliber zu riskieren», erklärt Cris Dörig.

Ein engerer Reihenabstand könnte mehrere Vorteile bringen. Im biologischen Anbau liesse sich dadurch die Effizienz von Jätarbeiten mit Lasertechnik steigern. Je schmaler das Bearbeitungsband eingestellt werden kann, desto schneller können die Dämme bearbeitet werden. Dies könnte die Anzahl und Dauer der Jätdurchgänge reduzieren.

Auch im konventionellen Chicorée-Anbau gewinnt das Thema an Bedeutung. Aufgrund der begrenzten Zahl zugelassener Pflanzenschutzmittel entstehen laut der Vereinigung zunehmend Wirkungslücken bei der Unkrautbekämpfung. Ein engerer Abstand der Doppelreihen würde dem Hackgerät mehr Bearbeitungsfläche bieten und ein Arbeiten näher an den Pflanzen ermöglichen.

Drei Varianten bei der Saatdichte

Parallel dazu werden drei unterschiedliche Saatdichten verglichen. Neben den etablierten Varianten mit 320'000 und 350'000 Saatkörnern pro Hektare wird auch eine deutlich tiefere Dichte von 260'000 Körnern getestet.

Vor allem im biologischen Anbau wird derzeit diskutiert, ob geringere Saatdichten grössere und damit geeignetere Wurzelkaliber begünstigen könnten.

«In den vergangenen Jahren hat sich die Keimrate verbessert, weil immer mehr Betriebe eine Bewässerung installiert haben oder mit Dammkronenbewässerung arbeiten», erklärt Cris Dörig. «Vor diesem Hintergrund könnte eine Reduktion der Saatdichte durchaus sinnvoll sein.»

Umfassende Datenerhebung entlang der Produktionskette

Die Versuchsreihen werden während der gesamten Kulturdauer wissenschaftlich begleitet. Geplant sind unter anderem Bodenproben, Bonitierungen von Krankheiten sowie Ertragsaufnahmen inklusive Kalibersortierung und Wiegung.

Die Untersuchungen enden dabei nicht mit der Ernte der Wurzeln. Auch die Qualität der später getriebenen Chicorée-Zapfen soll ausgewertet werden, um die gesamte Produktionskette zu berücksichtigen.

«Die Arbeit ist nicht abgeschlossen, sobald die Wurzeln geerntet sind. Wir werden auch die getriebenen Wurzeln auswerten, damit die gesamte Produktionskette berücksichtigt wird», sagt Cris Dörig.

Bis belastbare Ergebnisse vorliegen, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. «Deshalb werden wir wohl erst Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres wissen, wo die Comfort Zone des Chicorées liegt», ergänzt sie.

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