
Starker Befall mit vertrockneten Blüten und Blättern.
FIBL
Die Obstbäume haben mehrheitlich abgeblüht. In Kernobstanlagen ist der Zeitpunkt gekommen, die Bäume auf Feuerbrand zu kontrollieren. Auch wenn die Bakterienkrankheit etwas in Vergessenheit geriet: In Obstanlagen, Baumschulen und Hochstammobstgärten können immer noch grosse wirtschaftliche Schäden entstehen. Alle Obstfachstellen wie auch Agroscope schreiben, dass der Erreger auch in Jahren mit wenig Befall regelmässig bei Äpfeln, Birnen oder Quitten nachgewiesen werde.
Bedeutende Wirtspflanze
Nicht nur diese Gehölze sind anfällig. Weissdorn ist laut einem Schreiben des Kantons Thurgau eine der bedeutendsten Wirtspflanzen. Wächst er in Hecken, wird Feuerbrandbefall oft nicht erkannt, es kann sich viel infektiöser Bakterienschleim bilden. Die Übertragung der Bakterien kann schwere Infektionen in Obstanlagen zur Folge haben. Die Kontrolle von Weissdorn findet laut dem «Obst-Info» des Kantons Zürich erst im August statt. Doch kann man nun Weissdornstandorte im näheren Umkreis von rund 200 m um Obstanlagen markieren, was den Aufwand im Sommer reduziert.
Die Kontrollen in den Anlagen beginnen nach dem Abblühen. Dabei gibt es typische Symptome, die ab sofort zu erkennen sind. Sie beziehen sich vorwiegend auf Apfelbäume. Die Feuerbrandsymptome an Birnbäumen unterscheiden sich nicht wesentlich, sind aber häufig dunkler, teils fast schwarz ausgeprägt.
- Blüten und junge Früchte werden braun bis schwarz und vertrocknen, es können sich Schleimtropfen am Blütenstiel bilden. Sie sind erst milchig-weiss und werden mit zunehmender Dauer gelb bis dunkelorange. Vorsicht: Bei trockener Witterung ist meist kein Bakterienschleim sichtbar.
- An Blättern breiten sich Feuerbrandsymptome vom Blattstiel über die Blattadern aus, es sind braune Verfärbungen am Übergang vom Blattstiel zum Blatt.
- Befallene Triebe welken von der Spitze her. Das Gewebe wird dunkelbraun, die Triebspitze biegt sich nach unten.
- Bei verfärbten, eingesunkenen oder rissigen Stellen am Stamm kann es sich um Cancer handeln. Laut dem Thurgauer Beratungszentrum Arenenberg können diese Bereiche von Altbefall richtige Bakterienschleudern sein.
Schlimmer Schleim
Sind einige oder gar alle Anzeichen für eine Infektion vorhanden, ist es besser, sich vor allfälligen Sanierungsmassnahmen bei der Gemeinde oder der kantonalen Pflanzenschutzfachstelle zu melden. Über den Schleim sind die Bakterien andernfalls schnell auf andere Wirtspflanzen übertragen. Speziell bei Nässe ist die Gefahr gross.