Die Europäische Kommission hat ihre Schätzung für die diesjährige Sonnenblumenernte in der Gemeinschaft geringfügig nach unten korrigiert. Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) mit Verweis auf Auswertungen der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) mitteilte, veranschlagen die Brüsseler Experten das betreffende Aufkommen nun auf 9,0 Mio t.
Das sind 200'000 t weniger als bisher erwartet wurden. Die Ernte 2016 würde demnach aber noch um 540'000 t oder 6,4 % übertroffen. Als Ursachen für die positive Entwicklung werden die Ausweitung des Anbaus und höhere durchschnittliche Hektarerträge genannt.
Dabei entwickelten sich die Erträge in wichtigen Erzeugerländern besser als ursprünglich erwartet. Die Kommission schätzt nun beispielsweise die französische Sonnenblumenkernernte auf 1,3 Mio t.
Hohe Temperaturen und trockene Witterung
Das sind 50'000 t mehr als die Prognose vom September. In der vorhergehenden Vermarktungssaison brachten die französischen Landwirte nur 1,08 Mio t Sonnenblumensaat ein.
Allerdings passten die Brüsseler Fachleute ihre Prognosen für andere wichtige EU-Produzenten nach unten an. Als Gründe für die pessimistischeren Einschätzungen werden Ertragseinbussen durch hohe Temperaturen und die trockene Witterung in Teilen Süd- und Osteuropas angeführt.
Weniger Sonnenblumen in Ungarn
Die rumänische Sonnenblumenernte sieht die EU-Kommission nun bei 2,25 Mio t. Zuvor waren 2,41 Mio t erwartet worden. Das Aufkommen im vergangenen Jahr lag aber nur bei 1,95 Mio t.
Auch die Prognose für Ungarns Sonnenblumensaaterzeugung wurde herabgesetzt, und zwar um 60'000 t auf 1,87 Mio t. Im Jahr 2016 waren dort 20'000 t mehr geerntet worden.
Frankreichs Qualität ist gut
Unterdessen berichtete die französische Interprofession für Pflanzenöle und -proteine von einer guten Ernte, die sich sogar auf mehr als 1,5 Mio t Sonnenblumensaat belaufen soll. Dabei wird von einem Durchschnittsertrag von 27 dt/ha ausgegangen.
Die Qualitäten seien gut, hiess es. Der Statistische Dienst des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) hatte Anfang Oktober - entsprechend der aktuellen Schätzung der EU-Kommission - ein Aufkommen nur von knapp 1,3 Mio t Sonnenblumensaat vorausgesagt.