So haben beispielsweise Bäume unterschiedlicher Provenienz oft unterschiedliche Toleranz gegenüber Frost, Schneedruck oder Trockenheit. Diese Unterschiede zu kennen, kann wiederum für den Forstwirt hilfreich sein.
Die Art (Spezies) ist eine Einheit in der biologischen Nomenklatur. Es gibt verschiedene Konzepte der Definition, im Wesentlichen umfasst eine Art aber Tiere oder Pflanzen, die miteinander fruchtbare Nachkommen in die Welt setzen können.
Exemplare einer Spezies verfügen über gemeinsame Merkmale, darunter auch viele Anpassungen an die Voraussetzungen in den von ihnen besiedelten Ökosystemen. So kann beispielsweise der Wüstenfuchs mit seinen grossen Ohren besser seine Körpertemperatur regulieren, während der Polarfuchs mit seinem weissen Winterfell im Schnee über eine gute Tarnung verfügt.
Regionale Ökotypen mit unterschiedlichen Eigenschaften
Innerhalb dieser Arten bilden sich aber oft auch noch sogenannte Ökotypen aus, regionale Varianten mit Eigenschaften, die an ihrem konkreten Standort das Leben erleichtern. Diese unterscheiden sie zwar von Populationen in anderen Regionen genetisch, die Unterschiede reichen aber nicht aus, um eine eigene Art zu begründen.
Die Weisstanne etwa hat ein sehr weitreichendes Verbreitungsgebiet in Europa, von den Pyrenäen bis zu den Karpaten. «Wenn man es als Botaniker sieht, ist es überall dieselbe Baumart», erklärt Raphael Thomas Klumpp vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur in Wien, «aber es gibt verschiedene Ökotypen.»
Die Grundannahme zu deren Entstehung ist: «Dort, wo die Pflanzen natürlich vorkommen, sind sie nach der letzten Eiszeit wieder hingewandert.» Und dort seien sie am besten angepasst. Sie haben sich quasi im Rahmen von Jahrtausenden einen geeigneten Lebensraum gesucht und sich dort eingewöhnt.
Provenienz rückt stärker in den Fokus
Wenn man Bäumen Samen entnimmt und daraus neue Pflanzen grosszieht, so haben diese bei unterschiedlicher Provenienz oft unterschiedliche Eigenschaften, beispielsweise was die Toleranz gegenüber Frost, Schneedruck oder Trockenheit angeht. Wenn also ein Forstwirt bei der Aufforstung auf den Ökotypen achtet, dann kann er standortgerechter pflanzen und wird damit auch einen vitaleren Bestand haben. Vor allem bei grösseren Forstverwaltungen rückt das immer stärker in den Fokus.
