
In den Schweizer Wäldern wurden 2025 knapp 4,9 Millionen Kubikmeter Holz geerntet.
Renate Hodel
Gemäss den neusten Zahlen der Forststatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) nahm die Holzernte um 55'000 Kubik (+1,1 Prozent) auf insgesamt 4,9 Millionen Kubik zu. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Erntemengen gab es damit wieder eine Zunahme.
Stammholz verliert massiv an Anteil
Auffallend ist eine Verschiebung innerhalb der Segmente, die sich auch 2025 fortsetzte. Beim Stammholz ging die Ernte um 0,1 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Kubik zurück. Der Anteil an der gesamten Holzernte lag noch bei 45 Prozent. Zum Vergleich: 2003 hatte das Stammholz noch einen Anteil von fast 70 Prozent.
Beim Industrieholz betrug der Rückgang im Vergleich zu 2024 rund 0,7 Prozent. Insgesamt wurden 0,5 Millionen Kubik geerntet. «Der Anteil dieses Holzsortiments am gesamten Jahreseinschlag bezifferte sich auf 10 Prozent», schreibt das BFS.
Der Vormarsch des Hackholzes
Eine grosse Zunahme in den vergangenen Jahren ist beim Energieholz zu beobachten. Sein Anteil an der gesamten Holzernte ist in den vergangenen 20 Jahren stetig gestiegen und hat sich seither verdoppelt. 2025 wurden rund 2,16 Millionen Kubik geerntet. Das entspricht rund 45 Prozent der gesamten Holzernte.
Innerhalb dieses Segments hat es aber eine Verschiebung gegeben. 2005 wurde mehr doppelt so viel Stückholz (894’000 Kubik) wie Hackholz (357’000 Kubik) aufbereitet. 20 Jahre später hat sich das Verhältnis gerade umgekehrt. Beim Hackholz gab es eine stetige Zunahme, während das Stückholz an Bedeutung verlor. So wurden im vergangenen Jahr 1,46 Millionen Kubik Hackholz bereitgestellt, beim Stückholz waren es 691'000 Kubik. Der Anteil des Hackholzes liegt inzwischen bei 30 Prozent der gesamten Holzernte.
«Die Zunahme dürfte auf die wachsende Nachfrage nach Holz als erneuerbare Energiequelle sowie den Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden zurückzuführen sein», schreibt das Bundesamt für Statistik.
Zwei Drittel stammen von Nadelbäumen
2025 wurden insgesamt 3,2 Millionen Kubik Nadelholz geerntet. Damit entfielen rund zwei Drittel der gesamten Holzernte auf Nadelbäume. Laubholz machte mit über 1,6 Millionen Kubik beziehungsweise einem Drittel der Erntemenge den übrigen Anteil aus. Dieses Verhältnis hat sich gemäss BFS in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.
Es gab jedoch regionale Unterschiede. Die Nadelholzernte nahm in den Voralpen (+3,6 Prozent) und den Alpen (+3,2 Prozent) zu, während in den übrigen Forstzonen Rückgänge verzeichnet wurden. Beim Laubholz wurde im Jura (+3,8 Prozent), im Mittelland (+2,8 Prozent), in den Alpen (+3,8 Prozent) und auf der Alpensüdseite (+23,1 Prozent) mehr geerntet. Lediglich in den Voralpen wurde weniger Laubholz geschlagen als im Vorjahr.
In privaten Wäldern wurde mehr geholzt
Die privaten Waldeigentümer ernteten im Berichtsjahr 1,7 Millionen Kubik Holz, 6 Prozent mehr als 2024. Der Anstieg zeigte sich in sämtlichen Sortimenten. Besonders deutlich fiel er gemäss Statistik in den Voralpen (+54'500 Kubik) und im Mittelland (+34'000 Kubik) aus.
In den öffentlichen Wäldern wurden dagegen knapp 3,2 Millionen Kubik Holz oder 1,3 Prozent weniger geerntet. Die Erntemengen von Stammholz, Industrieholz und Stückholz zur Energiegewinnung nahmen ab. Einzig Hackholz legte zu: Mit gut 1 Million Kubik übertraf die geerntete Menge den Vorjahreswert um 2,9 Prozent.
Kantonale Unterschiede
In drei der fünf grössten Waldkantone nach Waldfläche nahm die Holzernte im Berichtsjahr zu – in Bern (+8,2%), Wallis (+37,3%), Tessin (+15,1%)). Rückläufige Erntemengen wurden dagegen in Graubünden (–5,5%) und Waadt (–3,4%) gemeldet. Mit 0,96 Millionen Kubikmetern führt der Kanton Bern die Rangliste der grössten Waldholzproduzenten an. Es folgen die Kantone Waadt (0,43 Mio. m³), Zürich (0,37 Mio. m³), Graubünden (0,35 Mio. m³) und Aargau (0,34 Mio. m³).

BFS
Die Zusammensetzung der Holzernte unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. In Bern, der Waadt und St. Gallen bestand im Berichtsjahr 50% und mehr der geernteten Menge aus Stammholz. In Zürich und Aargau machte dagegen Hackholz rund 45% der Holzernte aus. Besonders ausgeprägt war die Bedeutung des Stammholzes in Graubünden, wo gut 60% der Erntemenge auf dieses Sortiment entfielen. Im Tessin hingegen spielte Stückholz eine vergleichsweise wichtige Rolle: Sein Anteil an der Erntemenge lag beinahe so hoch wie der Stammholzanteil in Graubünden