
Dafür legen die Forscher die Hand ans Feuer: Das neue Material ist ein hervorragender Brandschutz.
Dan Vivas Glaser / aus Kürsteiner R et al. Chem Circularity 2026, CC BY 4.0
Sägemehl fällt weltweit in grossen Mengen an und wird häufig verbrannt. Das neue Verfahren ermöglicht es, dieses Nebenprodukt weiterzuverwenden. In Kombination mit dem Mineral Struvit entsteht ein robustes Kompositmaterial, das nicht nur feuerfest, sondern auch vergleichsweise leicht ist, teilt die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH Zürich) mit.
Erste Einschätzungen zeigen, dass es ähnliche Brandschutzeigenschaften erreichen könnte wie zementgebundene Spanplatten.
Selbstschützende Eigenschaften bei Feuer
Das Material weist besondere Eigenschaften im Brandfall auf. Unter Hitzeeinwirkung setzt das enthaltene Mineral Wasserdampf und Ammoniak frei. Diese Gase wirken kühlend und verdrängen Sauerstoff, wodurch sich Feuer langsamer ausbreitet. Zudem bildet sich eine schützende Schicht, die das Material zusätzlich stabilisiert.
Eine Herausforderung bestand darin, das Mineral mit dem Sägemehl zu verbinden. Gelöst wurde dies mithilfe eines Enzyms, das die Kristallisation steuert. So entstehen stabile Strukturen, die das Material fest zusammenhalten.
Wiederverwertbar und vielseitig
Ein zentraler Vorteil liegt in der Recyclingfähigkeit: Das Material kann wieder in seine Bestandteile zerlegt und erneut verwendet werden. Damit unterscheidet es sich von vielen herkömmlichen Baustoffen, die oft im Abfall landen.
Die Forschenden sehen grosses Potenzial für den Einsatz im Innenausbau. Ob sich das Material durchsetzt, hängt unter anderem von den Kosten ab. Perspektivisch könnte auch Struvit aus Kläranlagen genutzt werden, was zusätzliche ökologische Vorteile bringen würde.