Pflug feiert Comeback

Obschon es Beiträge gibt für konservierende Anbausysteme wie Direktsaat, halten viele Bauern am Pflug fest. Lohnunternehmer rechnen gar damit, künftig wieder mehr zu pflügen. Grund ist die Unkrautproblematik.

Obschon es Beiträge gibt für konservierende Anbausysteme wie Direktsaat, halten viele Bauern am Pflug fest. Lohnunternehmer rechnen gar damit, künftig wieder mehr zu pflügen. Grund ist die Unkrautproblematik.

Konservierende Anbausysteme wie Direktsaat, Streifenfrässaat oder Strip Till wurden im Ackerbau in den letzten Jahren stark propagiert. Nun aber zeichnet sich eine Trendwende ab zurück zum Pflug. «Das Pflügen wird wieder wichtiger», bestätigt Willi Zollinger, Ackerbauer aus Watt ZH und Präsident von Lohnunternehmer Schweiz.

Glyphosat führt zu Umdenken

«Direktsaatsysteme haben ihre Berechtigung, aber ohne den Pflug geht es insbesondere bei den Rüben und Kartoffeln nicht.» Auch im Weizen habe die wendende Bodenbearbeitung Vorteile, findet Zollinger: «Es braucht weniger Chemie, und das Risiko eines Befalls mit Fusarien ist kleiner.» Die Chemie, speziell der Einsatz des möglicherweise krebserregenden Herbizids Glyphosat, führt zu einem Umdenken unter den Bauern.

Das belegt auch eine aktuelle Umfrage aus Deutschland. Befragt wurden Lohnunternehmer, die für 2850 Bauern auf 84'000ha die Bodenbearbeitung übernehmen. Die Ausbreitung herbizidresistenter Ungräser und Unkräuter rücke die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Fruchtfolge und die mechanische Bodenbearbeitung, so das Fazit. 

Der immer noch wachsende Anteil Mulch-, Streifen- und Direktsaat mache den Pflug keineswegs  überflüssig, betonten die befragten Lohnunternehmer. Ein grosser Teil von ihnen rechnet denn auch damit, in Zukunft wieder mehr zu pflügen.

Pfluglose Bewirtschaftung optimieren

Der Bund fördert pfluglose Anbauverfahren. Daran wolle man festhalten, sagt Eva Wyss vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW): «Die positiven Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit sind unumstritten.» Wyss bestätigt aber auch, dass der Einsatz von Glyphosat nicht unproblematisch ist. Deshalb habe man die zulässige Herbizidmenge auf 1,5kg Wirkstoff pro Hektare beschränkt, und bei einem Totalverzicht auf Glyphosat sei ein  maximal 10cm tiefes Pflügen erlaubt.

Wyss glaubt, dass sich die pfluglose Bewirtschaftung optimieren lässt: «In der Praxis werden weitere Verfahren geprüft, die ohne Glyphosat auskommen, zum Beispiel Techniken, bei denen nur die obersten 3cm des Bodens geschält werden. Wir verfolgen die Entwicklung.»  Es gehe nicht darum, den Pflug und die Direktsaat gegeneinander auszuspielen, meint sie, «beide haben Vor- und Nachteile». Dieser Meinung ist auch Zollinger: «In Raps und Mais sind Streifenfrässaat und Strip Till  berechtigt. Doch der Pflug wird nicht verschwinden.»

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Geht Ihr holzen?

64.7 % Ja
18.7 % Nein
9.3 % Weiss noch nicht
7.3 % Habe keinen Wald

Teilnehmer insgesamt 450

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?