Bei mehr als der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz besteht die Gefahr durch Verschmutzung durch Gewässer. 12 Prozent weisen sogar ein hohes Risiko für so genannte Stoffeinträge auf. Eine Gewässeranschlusskarte soll nun Abhilfe schaffen.
Die neue Karte zeigt, wo genau dieses Risiko besteht und welcher Risikoklasse ein Agrargebiet zugeordnet wird. Tendenziell ist die Gefahr in Berggebieten grösser als im Tal, wo rund 50 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche gar keinen Gewässeranschluss aufweisen. In höher gelegenen Zonen sind nur 34 Prozent der Flächen an kein Gewässer angeschlossen und deshalb nicht gefährdet.
Aufgrund der Karte können nun gezielt Massnahmen ergriffen werden, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Dienstag mitteilte. Infrage kämen beispielsweise Anpassungen bei der Wasserableitung sowie bei der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Gebiete. Gefahren entstehen beispielsweise, wenn der Landwirt seine Felder bearbeitet oder düngt und ein Teil der im Boden und in den Düngern enthaltenen Nährstoffe in die Gewässer gelangen. Verschiedene Trinkwasserfassungen mussten in der Vergangenheit wegen zu hoher Nitratgehalte abgestellt werden.
Die Universität Bern und die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) erarbeiteten deshalb im Auftrag des BLW sowie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) die neue Gewässeranschlusskarte. Die Grundlage bildete die Erosionsrisikokarte, welche der Öffentlichkeit bereits seit Anfang 2011 zur Verfügung steht.
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