805 Betriebe weniger: Schweizer Landwirtschaft weiter im Umbruch

Die Schweizer Landwirtschaft befindet sich weiterhin im Wandel. So sank die Zahl der Betriebe im Jahr 2025 weiter, während die Höfe grösser wurden. Die Biofläche wuchs, obwohl es weniger Biobetriebe gab. Den Rückgängen bei Milchkuh- und Schweinebeständen standen steigende Geflügelzahlen gegenüber.

pd/ome |

Der strukturelle Wandel in der Schweizer Landwirtschaft setzte sich im Jahr 2025 fort. Insgesamt wurden 46’270 Landwirtschaftsbetriebe gezählt. Das sind 805 Höfe weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 1,7 Prozent entspricht. Gleichzeitig sank die Zahl der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen leicht auf 145’600 Personen (–1,5%). Dies geht aus der neuesten landwirtschaftlichen Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Der Frauenanteil nimmt langsam, aber stetig zu. 8,1% Prozent der Betriebe wurden 2025 von Frauen geleitet, gegenüber 5,4% zehn Jahre zuvor. Die durchschnittliche Fläche der Landwirtschaftsbetriebe wächst weiter. Sie erhöhte sich gegenüber 2024 um 0,4 Hektar auf 22,5 Hektar. Während die Zahl der Betriebe mit einer Fläche unter 30 Hektar zurückging (–2,7%), nahm jene der grösseren Betriebe zu (+1,4%).

Weniger Biobetriebe, aber mehr Bioanbaufläche

Auch bei den Biobetrieben ist eine zunehmende Konzentration zu beobachten. Nachdem ihre Zahl von 2011 bis 2024 kontinuierlich gestiegen war und 2024 stabil geblieben war, ging sie 2025 leicht auf 7819 Betriebe zurück (–0,9 %). Gleichzeitig wuchs die durchschnittliche Betriebsfläche auf 24,6 Hektar.

Parallel dazu nahm die Fläche der biologisch bewirtschafteten Landwirtschaft weiter zu. Sie erreichte im Jahr 2025 insgesamt 192’300 Hektaren und machte damit 18,5% der gesamten LN der Schweiz aus. Besonders stark wuchs die Bioanbaufläche bei einzelnen Kulturen, darunter Zuckerrüben (+23,9%), Raps (+17,1%), Soja (+5,1%) sowie im Gemüsebau (+5,0%).

Die Entwicklung der Bioanbaufläche verlief regional unterschiedlich. Die stärksten Zuwächse gab es in den Kantonen Neuenburg (+6,1%), Thurgau (+3,3%) und Luzern (+2,9%) zu. Rückgänge wurden hingegen im Jura, im Wallis und in der Zentralschweiz verzeichnet.

Gemüsebau floriert, Getreide stabilisiert sich, Spezialkulturen wachsen

Die landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt 1'040’000 Hektar. Davon entfielen 58% auf Naturwiesen und Weiden sowie 39% auf Ackerland. Der verbleibende Anteil bestand hauptsächlich aus Dauerkulturen wie Rebland und Obstanlagen.

Mit 139’000 Hektaren blieb Getreide die wichtigste Ackerbaukultur. Nach dem Rückgang im Vorjahr nahm die Getreidefläche im Jahr 2025 wieder um 2,0% zu. Während die Weizenfläche insgesamt stabil blieb, setzte sich der Rückgang bei Gerste fort. Demgegenüber vergrösserten sich die Anbauflächen für Dinkel und Roggen deutlich.

Gemüse- und Zuckerrübenanbau im Aufwärtstrend

Der Gemüsebau setzte seinen Wachstumskurs der letzten zehn Jahre fort. Die Anbaufläche stieg im Jahr 2025 um 5 % auf 13’400 Hektaren, mit besonders starken Zunahmen in den Kantonen Bern, Zürich und Aargau.

Auch die Zuckerrübenfläche bestätigte den seit 2023 beobachteten Aufwärtstrend und wuchs um 4,5 % auf 17’500 Hektar. Sonnenblumen und Raps, die beiden wichtigsten Ölpflanzen, nahmen zusammen eine Fläche von 30’500 Hektar ein.

Die Kartoffelfläche überschritt mit 11’000 Hektar erstmals seit 2018 wieder die 10’000-Hektar-Marke. Die Sojaanbaufläche setzte ihr starkes Wachstum fort und erreichte 3400 Hektar Seit 2020 entspricht dies einem Anstieg von 67 %. In der Schweiz wird Soja hauptsächlich als Futtermittel genutzt.

Weniger Milchkühe und Schweine, mehr Geflügel

Der Rindviehbestand ging im Jahr 2025 insgesamt leicht um 0,3% zurück. Besonders betroffen war erneut der Milchkuhbestand, der infolge internationaler Spannungen und einer Überproduktion auf 524’400 Tiere sank (–0,6%). Damit setzt sich ein längerfristiger Trend fort. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Milchkühe um 10% zurückgegangen, während der Bestand der übrigen Kühe – insbesondere der Mutterkühe – im gleichen Zeitraum um 26% zunahm.

Die Geflügelhaltung blieb im Jahr 2025 auf Wachstumskurs (+1,7%). Sowohl der Bestand der Legehennen (+1,9%) als auch jener der Mastpoulets (+2,2%) nahm weiter zu. Rund ein Fünftel der Mastpoulets wurde unter Bio-Label aufgezogen.

Nach einer Wachstumsphase im Jahr 2022 setzte sich der Rückgang beim Schweinebestand fort. 2025 wurden noch 1'257’700 Schweine gezählt. Der Anteil der biologischen Schweinehaltung blieb mit 2,8% weiterhin gering.

-> Hier finden Sie weitere Informationen zur landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2025.

Kommentare (4)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Heidi | 13.05.2026
    Kleine Betriebe werden oftmals quer subventioniert. Dies verfälscht das Bild gewaltig.
  • Biopuur | 12.05.2026

    Das BLW kommt voran mit seinen Bemühungen...

  • Heiri | 12.05.2026
    Tragisch und mit der AP2030 soll dies noch gefördert werden. Dem sag ich staatlich geförderte Sklavenarbeit, die Herren Grossbauern brauchen Knechte, die zu mickrigen Löhnen gemäss Normalarbeitsvertrag abzüglich Kost(als ob die Küche Michelin Sterne hat) und Logis arbeiten, damit dem Herr genug bleibt, um das nächste Heimwesen zu erwerben. Entweder greift der Staat mit der AP30 auch in den NAV ein, damit diese Schande mit den Sklaven in der Landwirtschaft aufhört oder er fördert nur noch Familienbetriebe...
    • Daniela Nef | 13.05.2026
      Also, noch viel grösser werden ist ungesund. Angestellte veemag man gar nicht und selber kommt man an den Anschlag,gesundheitlich. Also, auch kleinere Landwirtschaftsbetriebe haben noch ihre Berechtigung. Es kann nicht sein,dass man sich so verschulden muss,um noch grössere Maschinen anzuschaffen. Irgendwann ists fertig. Bei kleineren Betrieben ist meistens vieles abbbezahkt und finanziell sieht es dort besser aus. Parmelin ist nicht würdig,Bundesrat und Bauernverteter zu sein,er macht vieles kaputt. Er soll aufhören oder ein anderes Departement übernehmen!!!
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