Wohnsiedlungen über mehrspurigen Verkehrsachsen: Solche futuristische Bauvorhaben dürften künftig kaum über den Planungstisch herauswachsen. Eine Studie im Auftrag des Bundes weist für den Wohnungsbau über Nationalstrassen und Autobahnen ein bescheidenes Potenzial aus.
Die Überdeckung von Autobahnteilstücken könne in Einzelfällen zwar zweckmässig sein, schreibt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in einer Mitteilung vom Freitag. Das gesamtschweizerische Potenzial sei jedoch bescheiden, und Probleme des Wohnungsmarktes könnten damit nicht behoben werden.
Ein Problem wäre finanzieller Art: Die Studie rechnet mit «sehr hohen Fixkosten». Diese resultierten aus dem Bau der Überdeckung bei uneingeschränktem Betrieb des jeweiligen Autobahnabschnitts und aus Abgeltungen an den Bund. Kostentreibend wirkten zudem die überdurchschnittlich langen Planungs- und Ausführungsfristen, mit denen bei solch komplexen Bauvorhaben zu rechnen sei.
Die Untersuchung identifizierte 98 Streckenabschnitte von jeweils 500 Metern Länge, die sich grundsätzlich für eine Überdeckung und Wohnnutzung anbieten. Bei rund der Hälfte dieser Standorte müsste laut der Studie «eine unrealistisch hohe Dichte realisiert werden, um die Kosten der Überdeckung und der Wohnungen über die Mieterträge zu finanzieren».
Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass nur auf 38 Teilstrecken eine Überdeckung und Überbauung zweckmässig und sinnvoll sein könnte. Darauf könnte mittel- bis langfristig Wohnraum für bis zu 65'000 Personen entstehen.