
Mitglieder des Berner Bauernverbandes sind Landwirtinnen und Landwirte aus den sechs Regionen Berner Oberland, Mittelland, Emmental, Berner Jura, Oberaargau und Seeland.
zvg
Unter dem Titel «Fachbewilligung: Bauer gegen Bauer» berichtete der «Schweizer Bauer» über den Vorstoss von Nationalrat Thomas Knutti (SVP, BE) zu den Fachbewilligungen Pflanzenschutz. Er fordert, dass bei jährlich nur geringem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln keine Fachbewilligung und darum auch keine periodische Weiterbildung nötig sei. Knutti zielt damit auf Berglandwirtinnen und -landwirte, die Blacken mit der Rückenspritze bekämpfen.
Ihm widersprach auf Facebook Markus Lüscher. Er unterzeichnete ausdrücklich als Präsident der Fachkommission Pflanzenproduktion des Berner Bauernverbandes (BEBV). Die Fachbewilligung sei wichtig und gut, die Forderung sei klar abzulehnen. Nach der Publikation des Artikels meldete sich der BEBV bei der Redaktion und regte eine ergänzende Berichterstattung an, es entstehe der Eindruck, dass innerhalb der Landwirtschaft und des BEBV grosse Uneinigkeit über die Fachbewilligung bestehe.
Der BEBV setze sich seit langem für eine zweistufige Fachbewilligung ein. Bereits im Jahr 2018 habe der BEBV gefordert, dass beim Einsatz von Feldspritzen und der Einzelstockbehandlung unterschieden werde. Tatsächlich gibt es ja jetzt auch eine «kleine» und eine «grosse» Fachbewilligung mit unterschiedlicher Dauer der nötigen Weiterbildung.
Gefragt, ob der BEVB die Motion Knutti ablehne, befürworte oder sich enthalte, teilte der BEBV mit: «Wir nehmen zu einzelnen parlamentarischen Vorstössen in der Regel keine offizielle Stellung.» Es scheint, als sei der BEBV in dieser Frage zwischen Ackerbauern im Talgebiet, die selbst spritzen und mit der Weiterbildung kein Problem haben, und Bergbauern, die Blacken spritzen, hin- und hergerissen.