Bienen: Schutz soll in Verfassung – aber ohne «Bauernbashing»

Der Schutz der Bienen soll in der Schweizer Verfassung verankert werden. Deshalb lancieren die Schweizer Imker eine Bieneninitiative. Zurzeit wird der Initiativtext von der Bundeskanzlei geprüft.

sda/blu |

Am 20. Mai, dem internationalen Tag der Bienen, soll die Unterschriftensammlung starten. Damit wollen die Bienenzuchtorganisationen den Schutz und das Fördern von Bienen und anderen einheimischen Bestäuberinsekten in der Bundesverfassung verankern. Zuerst hatten die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» darüber berichtet.

Kein «Bauernbashing»

Ziel der Initiative: Bund und Kantone sollen die Bestäubung sichern und die Bestäuber in einem günstigen Zustand erhalten. Verbote enthält die Initiative nicht. «Es geht um Anreize, um Know-how, um Zusammenarbeit», sagt Bienen-Schweiz-Zentralpräsident Martin Schwegler zur «SonntagsZeitung». Im Zentrum steht auch das Nahrungsangebot. «Es nützt nichts, einfach Bienen zu halten, wenn das Nahrungsangebot fehlt», sagt Schwegler.

Der Zentralpräsident macht deutlich, dass bei der Initiative nicht darum geht, auf die Landwirtschaft zu zeigen. Es gehen darum, dass Landwirte und Naturschützer wieder stärker an einem Strang ziehen. «Der Schutz der Bienen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe», hält er gegenüber den Zeitungen fest. Die gescheiterte Biodiversitätsinitiative habe gezeigt, wie schnell sich Fronten verhärteten. Die Debatte soll nicht ein «Bauernbashing» abgleiten.

Delegierte entscheiden

Der Initiativtext wurde im Februar 2026 bei der Bundeskanzlei eingereicht, wie es auf der Webseite von BienenSchweiz heisst. Nun werde der Text von der Bundeskanzlei geprüft und gegebenenfalls durch den Trägerverein angepasst.

BienenSchweiz, die Société Romande d’Apiculture (SAR) und die Federazione Ticinese Apicoltori (FTA) werden über den weiteren Verlauf der Initiative an ihren Delegiertenversammlungen im Frühjahr 2026 abstimmen. Falls die Delegierten der Verbände mit der Weiterarbeit an der Initiative einverstanden seien, werde die Initiative am 20. Mai lanciert, dann starte voraussichtlich auch die Unterschriftensammlung.

Apisuisse vertritt als Dachverband die Interessen der rund 18’000 Imkerinnen und Imker in der Schweiz. Mitglieder sind die sprachregionalen Verbände BienenSchweiz (Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz), die Société Romande d’Apiculture (SAR), und die Federazione Ticinese Apicoltori (FTA).

Fast 50 Prozent bedroht

Die Honigbiene ist laut BienenSchweiz nur eine von über 600 Bienenarten in der Schweiz. Diese seien zwar anzahlmässig nicht bedroht, aber auch sie litten unter übermässigem Pestizideinsatz und schwindendem Blütenangebot.

Von den einheimischen Wildbienen ist rund die Hälfte gefährdet, wie es in einem Bericht des Bundesamts für Umwelt im Jahr 2024 hiess. Grund dafür sei das mangelnde Angebot an Blüten zum Sammeln von Pollen und Nektar sowie fehlende Nistplätze.

Ohne Bienen «gäbe es viele Kultur- und Wildpflanzen nicht mehr oder sie müssten mühsam von Hand bestäubt werden – ein unmögliches und kostspieliges Unterfangen». Umso wichtiger sei deren Schutz, so die Imkerverbände.

Kommentare (1)

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  • Freimut Weitblick | 02.03.2026
    Bienen in die Agrarpolitik, AP 2030+ oder schon in das nächste Verordnungspaket. Dazu braucht es keinen zusätzlichen Verfassungsartikel!

    Für jedes Bienenvolk bzw. bewirtschaftetet Bienen-Standort soll es einen CHF-Beitrag geben.
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