BLW-Direktor gegen neue Ertragsprämien

Ein bäuerliches Komitee will nicht nur den Anbau, sondern auch die Ernte fördern. Christian Hofer, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft, unterstützt das Anliegen nicht.

sal/hal |

Christian Hofer, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), ging vergangene Woche bei der Vorstellung des Agrarberichts auf die teils erheblichen Ernteeinbussen im Pflanzenbau 2024 ein. Besonders betonte er die «tiefe Gemüseernte», die «schwache Kartoffelernte» sowie die «historisch schwache Weinernte».

Auf die Frage, wie er den Vorschlag eines bäuerlichen Komitees beurteile, das ertragsabhängige Direktzahlungen fordert, erklärte Hofer: «In der Agrarpolitik der 70er- und 80erJahre regulierte der Staat die Preise und griff direkt in die Märkte ein. Die Folge war, dass man mit der Kontingentierung beginnen musste.» Die heutigen Marktmechanismen funktionierten gut, betonte Hofer. Mit Blick auf das gute Erntejahr 2025, etwa mit Kartoffelüberschüssen, ergänzte er: «Ich wüsste nicht, wie man begründen sollte, in einem solchen Jahr zusätzliche Direktzahlungen für hohe Kartoffelerträge auszurichten.»

Der «Schweizer Bauer» hatte am Samstag allerdings geschrieben, dass Andreas Bürki und Simon van der Veer auf Druschfrüchten und auf Zuckerrüben Ertragsprämien vorschlagen, von den Kartoffeln stand nichts. Laut Kenntnisstand des «Schweizer Bauer» denken sie bei den Kartoffeln an andere Anreize zum langfristigen Erhalt der einheimischen Kartoffel- und Kartoffelpflanzgutproduktion.

->  Neues Konzept: Nicht nur Anbau, sondern auch Ernte fördern

Kommentare (3)

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  • Bürki Andreas | 25.11.2025
    Anonym zu schreiben ist immer gut Jürg!
    Das bringt uns sicher weiter.
    Nein, mit Angst hat das wenig zu tun.
    Auch nichts mit den „Bösen“ Händlern 😀
    Es ist vielmehr der Wunsch vieler (stiller) Bauern - Licht ins dunkel zu bringen.
    Wir trauen uns und geben der Idee 💡 ein Gesicht!
    Deine Kritischen Fragen sind berechtigt und müssen auch weiterentwickelt werden, dazu gibt es viele Möglichkeiten.
    Und ich kann auch Deine Angst verstehen!
    Was wenn der Wagen leer ist und keine DZ über viele bunte Programme zurück auf den Betrieb fliessen.
    Auch dieser Angst Jürg kannst Du begegnen.

    Auf viele frohe weitere Diskussionen die uns nicht teilen, sondern in der Sache weiterbringen

    Gruss Andreas Bürki
  • jürg | 24.11.2025
    Diese Vorschläge sind nicht ganz ausgereift.
    Was passiert in einem sehr guten Jahr? Woher nimmt der Bund das nicht budgetierte Geld ?Wo kürzen wenn es viel mehr Getreide gibt ?
    Was passiert in einem sehr schlechten Jahr ? wann wird entschieden wie viel es bei jeder Kultur pro kg gibt ? Vor der Saat oder nach der Ernte ?
    gibt es mehrere Jahre pro Kultur gleich viel, oder muss ich jedes Jahr die FF anpassen?
    Was passiert bei Hagel?
    Was mit den Labeln ?
    Was passiert mit den Tierprämien?
    Eigentlich geht es den" Unternehmern " nur darum für sich mehr DZ abzuholen. Dabei wollen sie doch alle ohne DZ anpflanzen! Offenbar haben ein paar Dünger- und Pflanzenschutzberater und Händler Angst !
  • jürg | 24.11.2025
    das Problem bei diesem Ansatz ist sicher dass man nicht planen kann wie viel Geld es braucht.
    In einem guten Erntejahr müsste der Bund viel mehr ausbezahlen als in einem schlechten Jahr.
    Wo würde da gekürzt? Wie werden Ökoleistungen abgegolten?
    Was ist in einem Hageljahr?
    Wann wird bestimmt wieviel es pro Kultur und kg gibt, vor der Saat oder nach der Ernte ?
    Was ist mit den Tierhaltern wird bei denen einfach nur gekürzt? die Beiträge sind ja für Ackerbauern.
    Zusammenfassend muss man einfach fragen wie verzweifelt diese " Landwirte und Unternehmer" sind, alles was sie wollen sind mehr DZ. Dabei wird sonst immer erklärt wie rentabel sie wirtschaften und sie würden lieber ohne DZ wirtschaften!
    Eigentlich ist es der Neid dieser " Unternehmer"auf die Labelproduzenten und die Angst von ein paar Dünger- und Spritzmittelhändlern die von einer Mehrproduktion profitieren, die solche Vorschläge zurück in die Vergangenheit auslösen.
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