Bund rechnet mit Überschuss von 1,5 Milliarden Franken

Der Bund rechnet 2012 statt mit einer ausgeglichen Rechnung mit einem Überschuss von 1,5 Milliarden Franken. Die Verbesserung ist auf deutlich weniger Ausgaben zurückzuführen. Die Einnahmen hingegen dürften die Erwartungen im Budgetentwurf nicht erreichen.

sda |

Der Bund rechnet 2012 statt mit einer ausgeglichen Rechnung mit einem Überschuss von 1,5 Milliarden Franken. Die Verbesserung ist auf deutlich weniger Ausgaben zurückzuführen. Die Einnahmen hingegen dürften die Erwartungen im Budgetentwurf nicht erreichen.

Dass die Ausgaben die budgetierte Höhe nicht erreichen, ist auf  das tiefe Zinsniveau zurückzuführen, wie der Bundesrat am Mittwoch  aufgrund der Hochrechnung der bis Ende Juni verbuchten Einnahmen und  Ausgaben mitteilte.

Die Ausgaben dürften 2,3 Milliarden Franken unter Budget zu  liegen kommen. Den absehbaren und unüblich tiefen  Nachtragskreditbegehren von 0,4 Milliarden stehen geschätzte  Minderausgaben von 2,7 Milliarden Franken gegenüber.

Verantwortlich für die Minderausgaben ist der umfangreiche  Kreditrest von 0,8 Milliarden Franken bei den Passivzinsen. Das  tiefe Zinsniveau führt zu höheren Agios (Aufschlag auf den Nennwert)  bei den Bundesanleihen und zu Negativzinsen bei den kurzfristigen  Geldmarktbuchforderungen.

Günstige Zinssituation

Neben den Passivzinsen erwartet der Bundesrat grössere  Kreditreste bei den Sozialversicherungen (IV, AHV,  Prämienverbilligung), der Landesverteidigung und bei den Anteilen  Dritter an den Bundeseinnahmen (Mehrwertsteuer, direkte  Bundessteuer, Schwerverkehrsabgabe).

Die Einnahmen des Bundes dürften gemäss Juni-Hochrechnung 0,8  Milliarden Franken tiefer ausfallen als budgetiert. Dies ist zum  einen Folge eines Basiseffekts wegen überschätzter Einnahmen im  Rahmen des Budgets 2011.

Zum anderen schlagen sich die verschlechterten  Wirtschaftsaussichten 2012 darin nieder. Dies wirkt sich vor allem  bei der Mehrwertsteuer mit deutlich geringeren Einnahmen aus. Auch  die direkte Bundessteuer wird unter den Erwartungen liegen. Die  beiden Faktoren zusammen schmälern die Einnahmen um 565 Millionen  Franken.

Wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten verfehlen die  Stempelsteuern das budgetierte Ziel um 250 Millionen Franken.  Dagegen sind aus der Verrechnungssteuer 200 Millionen mehr zu  erwarten. Das Niveau 2011 wird hier aber nicht übertroffen.

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