Mit vorbeugenden Abschüssen von Wölfen hat das Wachstum der Wolfspopulation in der Schweiz gebremst werden können. Das ist das Fazit des Bundes nach drei Regulierungsphasen seit 2023. Erlegt wurden bisher über 220 Wölfe, ohne dass sie zuvor Schäden angerichtet hatten.
In der vergangenen Regulierungsperiode von September 2025 bis Ende Januar 2026 wurden 77 Wölfe getötet, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Montag mitteilte. In der Periode 2024/2025 waren es 92 Wölfe und in der ersten, verkürzten Periode 55 Tiere. Geschossen wurden jeweils weniger Tiere, als der Bund bewilligt hatte.
Weniger Abschüsse als genehmigt
In der dritten Regulierungsperiode wurden 76 Wölfe proaktiv und einer reaktiv geschossen, also nachdem ein bestimmtes Mass an Schäden an Nutztieren überschritten war, wie das Bafu schrieb. Die Behörde hatte den Abschuss von rund 115 Tieren genehmigt.
Das rasche Wachstum der Wolfspopulation sei mit den Abschüssen gebremst worden, lautet der Schluss des Bafu nach einer Auswertung der Zahlen aus den Kantonen. Und die Zahl der Rudel wachse langsamer als vor der Regulierung.
Nach der Regulierungsperiode 2025/2026 wurden dreissig vollständig in der Schweiz lebende und zehn grenzüberschreitende Rudel gezählt. Ende Januar 2025 waren es insgesamt 36 und Ende Januar 2024 35 Rudel. Das exponentielle Wachstum des Bestandes scheine somit gebremst zu werden, auch wenn die Rudelzahl steige, schrieb das Bafu.
Nicht mit Sicherheit bestätigt
Mit Sicherheit bestätigen lasse sich der Trend allerdings erst nach mehreren weiteren Regulierungsperioden, wie das Bundesamt zu bedenken gibt. Dass Wolfsschäden an Nutztieren abgenommen hätten, sei der Regulierung und auch dem Herdenschutz zu verdanken.
Den Höchststand erreichte die Summe der Schäden im Jahr 2022; seither gehen die Wolfsrisse zurück. Derzeit seien sie in etwa so hoch wie in den Jahren 2020/2021, hielt das Bafu fest. Damals gab es in der Schweiz erst zwischen 10 und 15 Wolfsrudel.
Mehr Rinder gerissen
Allerdings stiegen die Rückerstattungszahlen für Schäden im Jahr 2025. Ein Grund dafür dürfte laut dem Bafu sein, dass Wölfe vermehrt Rinder rissen. Für diese Tiere werden höhere Entschädigungen ausgerichtet als für Schafe und Ziegen.
2025 wurden in der Schweiz mindestens 155 Wolfswelpen geworfen, etwas mehr als in den beiden Vorjahren. Zu dreissig bestätigten Rudeln kamen 13 hinzu. Von diesen Rudeln lösten sich drei wieder auf. Insgesamt wurden zwischen 1. Februar 2025 und 31. Januar 2026 350 Wölfe nachgewiesen.
Wolfsrudel in mindestens neun Kantonen
In mindestens neun Kantonen lebte am 31. Januar mindestens ein Wolfsrudel, nämlich in Glarus, Graubünden, Neuenburg, St. Gallen, Schwyz, Tessin, Waadt, Wallis und Obwalden. In Schwyz und in Obwalden wurden erstmals Wolfsrudel nachgewiesen.
Das Parlament beschloss im Dezember 2022, das Jagdgesetz zu lockern und die präventive Regulierung des Wolfsbestands einzuführen. Damit sind Abschüsse zulässig, bevor die Wölfe Schäden anrichten. Für die Abschüsse zuständig sind die Kantone; der Bund muss allerdings seine Zustimmung geben.
Das sagt die Gruppe Wolf Schweiz zum Bafu-Wolfsbericht
«Das Bafu bestätigt in seiner Medienmitteilung, dass sich die Abschüsse zwar auf die Entwicklung des Wolfsbestandes auswirken, aber nicht die Hauptursache sind für die auf tiefem Niveau stabilen Risse durch Wölfe. Diese sind auch gemäss dem Bafu dem ausgebauten Herdenschutz zu verdanken. In seinem Bericht macht das Bafu entsprechend keinerlei Befund, wonach sich Abschüsse wesentlich auf das Rissgeschehen auswirken. Der Bericht analysiert korrekt die Zahlen des Wolfsmanagements (Regulierungen, Einzelabschüsse, Herdenschutz, etc.), stellt jedoch keine kausale Ursachenforschung dar und erhebt auch nicht diesen Anspruch.» Gruppe Wolf Schweiz

Da sieht man es mal wieder deutlich; nichts gelernt und das noch vergessen. Wenn der Flächendeckende Herdenschutz wenigstens mit der zugegebenermassen schnellen Ausbreitung aufgebaut worden wäre, hätte der Wolf nicht so viel Zeit zum Lernen gehabt. Aber eben durch das fehlen einer eigenen Natur Sendung a la NetzNatur, ist der Mensch definitiv nicht schlauer geworden. Das einfach nur lächerlich. Da habe ich auch ohne Studium mehr Ahnung von Biologie als gewisse andere. Dann würde der letzthin im Wallis abgeschossene Wolf noch leben. Ich bin bekanntermassen davon überzeugt, dass selektive Regulierung reichen würde, wie zum Beispiel so einer wie der in Holland und ähnliche Fälle. Die gehören kompromisslos abgeschossen.