Deutliches Signal gegen Digiflux

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats will die Meldepflicht für Dünger und Futtermittel aus dem Gesetz streichen. Wie der Bund mit Digiflux ab 2027 weiterfährt, ist jedoch noch offen.

Adrian Haldimann/blu |

Die Mitteilungspflicht für Nährstofflieferungen wie Dünger und Futtermittel über das System Digiflux soll ganz wegfallen und aus dem Gesetz gestrichen werden.

Futtermittelfabrikanten erfreut

Bei Pflanzenschutzmitteln soll einzig der Inverkehrbringer melden müssen, welche Mengen er in die Landwirtschaft und welche in den Gartenbau verkauft hat. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) gab diese Woche mit 16 zu 9 Stimmen den parlamentarischen Initiativen von Jakob Stark (SVP, TG) und Katja Riem (SVP, BE) sowie drei Standesinitiativen der Kantone Bern, Luzern und St. Gallen grünes Licht. Es obsiegten SVP, FDP und Mitte.

Beat Röösli, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF), setzte sich massgeblich dafür ein, dass die Meldepflicht aus dem Gesetz gestrichen wird. Er zeigt sich erfreut: «Der Entscheid ist zwar noch kein Schlusspunkt unter die Diskussion um Digiflux und auch noch keine beschlossene Gesetzesänderung. Er stellt aber ein deutliches politisches Signal dar.»

Mit den Initiativen liegen bereits konkrete Gesetzesvorschläge vor. Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) wird nun einen Erlassentwurf ausarbeiten, kann dabei aber von diesen Vorschlägen abweichen. Der Entwurf geht anschliessend in die Vernehmlassung und danach ins Parlament.

Hält BLW an Digiflux fest?

Unklar bleibt, wie der Bund ab dem 1. Januar 2027 mit Digiflux umgehen wird. Ursprünglich hätten ab dann alle Lieferungen von Dünger, Futtermitteln und Pflanzenschutzmitteln erfasst werden müssen. Der Bund könnte auf Basis des geltenden Rechts an der Einführung festhalten. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) konnte auf Anfrage bis Redaktionsschluss keine Auskunft zum weiteren Vorgehen geben. Denkbar wäre auch ein vorläufiger Stopp oder als Zwischenlösung eine freiwillige Weiterführung.

Für Letzteres sprechen sich IP-Suisse und Bio Suisse aus. «Digiflux soll weiterbestehen und allen interessierten Betrieben freiwillig zur Verfügung stehen», schreiben sie in einer gemeinsamen Mitteilung. Mehr Transparenz entlang der Stoffflüsse sei ein zentraler Bestandteil des politischen Kompromisses als Antwort auf die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative.

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Digiflux geht auf das Jahr 2021 zurück

Das Parlament hatte 2021 im   Rahmen der parlamentarischen Initiative 19.475 beschlossen  , die Stoffflüsse transparenter zu machen. Das Gesetz unterscheidet zwischen zwei Erfassungsarten: Zum einen soll der Handel von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffen erfasst werden, zum anderen die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die praktische Umsetzung der   Mitteilungs- und Offenlegungspflicht soll digital über «Digiflux» erfolgen  . Digiflux wurde 2019 initiiert und soll 2028 abgeschlossen sein.

Die Projektkosten sind mit 19 Millionen Franken budgetiert, wovon 7,5 Millionen Franken finanzwirksam sind. Die Meldeplattform des Bundes ist am 15. Januar 2026 planmässig produktiv gestartet. Die webbasierte Softwarelösung stellt ab sofort sämtliche Funktionen bereit, die für die ab 2027 geltende Mitteilungspflicht erforderlich sind.

Zeitplan der Einführung

Nach viel Kritik aus der Landwirtschaft wurde der Zeitplan zur Einführung von Digiflux wie folgt angepasst:

  • Ab 1. Januar 2027: Meldepflicht für den Handel mit Pflanzenschutzmitteln (PSM), Dünger und Kraftfutter.
  • 1. Januar 2027: Meldepflicht für die berufliche Anwendung von Pflanzenschutzmitteln – mit Übergangsregelung. Betriebe bestätigen PSM-, Dünger- und Kraftfutter-Lieferungen. Um den PSM-Jahresverbrauch zu ermitteln, werden die PSM-Lieferungen.
  • Bis zum 31. Januar 2028 können Händler Lieferungen von PSM, Dünger und Kraftfutter aus dem Vorjahr eingeben. Bis zu diesem Zeitpunkt können Landwirtschaftsbetriebe zudem den Lagerbestand von PSM per Ende des Vorjahrs erfassen. blu

->   Ausführliche Infos gibt es hier

Kommentare (2)

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  • Daniela Nef | 26.08.2026
    Ach,diese eelende Bprokratie,die nur viel Ärger bringt ubd nichts nützt. Mir kommt vor,langsam ist der Staat krankhaft am die Bürger überwachen. Wollen sie bald wissen,wieviel man aufs WC geht,um zu betechnen,eieviel dass man ,,Scheissen, darf? Ich glaube,das denken viele Einwohner in der Schweiz.Und es wird immer schlimmer!! Je mehr wir digitsl verbunden sind,je mehr Daten werden freigegeben. Darum müssen wir vorsichtig sein,sonst sind wir bald soweit wie in China,das darf nicht sein. Und 2.wollen die Bauern sich nehr den Nutztieren beschöftigen und nicht mit unnützen Bürokram. Im Moment ist es sowieso schwierig,da die Politiker in Bern umms Verrecken in die Eyu wollen. Diese EU ist aber am zerbröckeln. Die holländischen Bauern sind am Streiken in Brüssel,sie haben auch recht. Niemals dprfen wir unsere Neutralität aufgeben! Darum ein Ja zu der Neutralitötsinitiative und ein Nein zur Ernährungsinitiative. Wir wollen oder können in der Bergregion Tiere halten.
  • Analyst | 25.08.2026
    Es ist völlig unverständlich, dass sich Bio-Suisse und IP-Suisse für eine freiwillige Nutzung von Digiflux stark machen. In Wirklichkeit fallen sie den Bestrebungen für eine Vereinfachung in den Rücken. Und ich wette in ein zwei Jahren schreiben sie es ihren Produzenten sogar noch selbst vor.
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