Direktzahlungen: Bundesrat zu Umverteilung bereit

Die Kleinbauern-Vereinigung zeigt sich erfreut über die offene Haltung des Bundesrats gegenüber einer degressiven Ausgestaltung der Direktzahlungen. Je grösser der Betrieb ist, desto stärker sollen die Direktzahlungen gekürzt werden, so die Forderung von Nationalrat Kilian Baumann.

pd/ome |

Der Bundesrat lehnt die Motion von Kilian Baumann (Grüne, BE), dem Präsidenten der Kleinbauern-Vereinigung, zwar ab. «Wir freuen uns aber, dass der Bundesrat mit seiner Stellungnahme den Handlungsbedarf in diesem Bereich anerkennt», schreibt die Vereinigung in einer Mitteilung.

Denn falls die Motion  «Degressive Ausgestaltung der Direktzahlungen für die Landwirtschaft» im Nationalrat angenommen wird, behalte sich der Bundesrat vor, folgende Änderung zu beantragen: «Der Bundesrat wird beauftragt, die Direktzahlungen im Rahmen der Agrarpolitik 2030+ degressiv auszugestalten», heisst es in der Stellungnahme des Bundesrates. Er wolle sich aber alle Optionen offenhalten, wofür der eingesparte Betrag im Direktzahlungssystem verwendet wird.

Was sind degressiv ausgestaltete Direktzahlungen?

«Degressive Ausgestaltung der Direktzahlungen» bedeutet, dass die Direktzahlungen ab einer gewissen Höhe gekürzt, also degressiv gestaltet werden. Je höher die Summe ist, die ein Betrieb erhält, desto stärker wird der zusätzliche Betrag gekürzt. Dies soll ab einer jährlichen Beitragssumme von 100'000 Franken pro Betrieb erfolgen.

Die Motion schlägt vor, dass beispielsweise Direktzahlungen von 150'000 Franken um 5'000 Franken gekürzt werden sollen. Bei einem Betrag von 200'000 Franken beträgt die Kürzung 15'000 Franken. Bei 300'000 Franken würde der gekürzte Betrag 50'000 Franken betragen, usw. (vgl. Grafik unten). Das Geld, das durch diese Kürzungen gespart wird, soll gleichmässig auf alle Betriebe verteilt werden, unabhängig von ihrer Grösse.

Laut der Kleinbauern-Vereinigung würden dadurch 33’921 Betriebe (82,9%) mehr Direktzahlungen erhalten als bisher. Weitere 4706 Betrieben (11,5%) würden etwa gleich viel Direktzahlungen erhalten wie bisher. Von den degressiven Kürzungen wären gemäss Kleinbauern-Vereinigung somit nur 5,6% aller Betriebe betroffen.

Dem Strukturwandel entgegenwirken

Die Kleinbauern-Vereinigung will sich mit dieser Motion auch dem Strukturwandel entgegenstellen, also dem Umstand, dass kleine und mittelgrosse Höfe tendenziell eher verschwinden, während grössere Betriebe eher weiter anwachsen. «Eine industrielle Landwirtschaft mit immer weniger, einseitig spezialisierten Betrieben schafft Abhängigkeiten, einen Verlust der Vielfalt und gefährdet die Versorgungssicherheit», heisst es in der Mitteilung.

Zudem würde es der Akzeptanz der Direktzahlungen in der Bevölkerung schaden, wenn immer grössere Summen an einzelne Betriebe ausgezahlt würden. Mit der Annahme der Motion «ergibt sich eine Umverteilung von der Grösse zur Vielfalt und das Direktzahlungssystem wird nachhaltiger», schreibt die Vereinigung. Denn es seien insbesondere kleine und mittelgrosse Betriebe, die einen grossen Beitrag für eine vielfältige und resiliente Landwirtschaft leisten.

Kommentare (5)

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  • Manuel | 25.11.2025
    Dis ist nicht der richtige Weg! Wenn wir Bauern uns noch gegenseitig ums Geld in den DZ streiten. Besser wäre es all die ganzen Ämter und Kontrollstellen zu reduzieren oder schließen die kriegen auch einen grossen Teil des landwirtschaftlichen Geldes. Das Geld, dass eigentlich wir Landwirte zu gute hätten, da wir Tag für Tag produzieren. Nicht zB das BLW oder unseren korrupten Kontroll stellen!
    Die alle versuchen nur uns Bauern immer mer auseinander zu treiben. Denn wenn wir alle geschlossen hintereinander ständen! Ja dann könnten wir die Schweiz lenken, denn wer essen produziert hat auch die macht. Sehen wir doch nur Migros und Coop. Das könnten wir auch wenn wirklich alle zusammen halten würden.
    Aber das haben die uns schon vor Jahren unterbunden mit DZ und ungleichen Milch Preisen und so weiter....
    Die Politik will ihre macht nicht an uns normale bürger verlieren. Deshalb auch die immer wider kernenden Abstimmungen über den EU Beitritt.
    • Thomas | 25.11.2025
      Da ist aber jemand sehr unzufrieden. Bitte steigen sie noch heute statt erst morgen aus der Landwirtschaft aus und machen sie einer jungen und motivierten Bauerfamilie Platz.
      Wünsch viel Glück.
  • Frust | 24.11.2025

    Ich würde da noch einen Schritt weitergehen, jeder Betrieb der nicht mindestens die Höhe der DZ als Einkommen versteuert, bekommt gar keine mehr, der verschwendet unser Steuergeld. Die Grossen sind die schlimmsten, neuer SUV, volle Roboterisierung, schlecht bezahlte Mitarbeiter, aber ein Heimwesen ums andere kaufen, damit die Veranlagung schön tief ausfällt und ja jeder Mitleid mit uns hat. Das Landwirtschaftsbudget ist nicht seit Jahren konstant, es wird ja an immer weniger Betriebe verteilt, also ist die Steigerung höher als die anderen Bundesausgaben….

    • Isch doch glich | 24.11.2025
      Ich gebe 90 prozent der dierektzahlungen wieder der bevölkerung,handwerker,maschinen,lohn weiter,kann leider nicht die ganzen dierektzahlungen behalten,bist du etwa einversüchtig?wollte dir niemand ein hof geben?manchmal hat das mit dem eigenen verhalten zu tun,wen man es nicht weiter bringt.den machern soll die welt gehören,nicht den besser wissern
    • Beat Filliger | 25.11.2025
      So ein Quatsch
      Die Leistungen der der Landwirtschaft wird mit dem Struckturwandel nicht kleiner sondern wir durch weniger Betriebe erbracht. Da von einer Steigerung des Budget zu sprechen ist komplett falsch
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