Dürre: So unterstützt der Bund die Bauern

Die ausgeprägte Trockenheit in vielen Teilen der Schweiz macht der Landwirtschaft zu schaffen. Mit welchen Massnahmen der Bund die Landwirtschaftsbetriebe unterstützt.

blu |

Die Regenmengen sind seit vielen Wochen unterdurchschnittlich. Der Frühling und der Sommer waren vor allem in der Nordwestschweiz und der Romandie viel zu trocken.

Massives Niederschlagsdefizit

Verglichen mit dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 fiel schweizweit nicht einmal die Hälfte des erwartbaren Niederschlags. «Regional ist das Defizit noch grösser», schreibt Meteonews. Der Juli ist der fünfte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen.

Das hat gravierende Auswirkungen auf die Pflanzen. Diese haben das Wachstum eingestellt. Es drohen unterdurchschnittliche Ernten bei Zuckerrüben und Kartoffeln. Zudem können die Landwirtinnen und Landwirte viel weniger Futter produzieren und müssen teils bereits auf die Wintervorräte zurückgreifen. Und auf den Alpen ist die Lage vielerorts angespannt, weil die Tiere zu wenig Weidefutter oder Wasser haben.

Massnahmen

Der Bund will die Landwirtschaft deshalb mit mehreren Massnahmen unterstützen, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch mitteilt. Es handelt sich aber mehrheitlich nicht um neue Hilfen. Der Bund nennt folgende Unterstützungen, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Trockenheit bei den Landwirtschaftsbetrieben abfedern sollen:

  • Aufgrund der aktuellen Trockenheitssituation erhalten die Betriebe die vollen Direktzahlungen auch dann, wenn einzelne Vorgaben nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können, wie beispielsweise die minimale Futteraufnahme auf Weiden. Für Sömmerungs- und Alpbetriebe gilt zudem, dass Tiere bei Futtermangel früher von der Alp auf den Heimbetrieb zurückgeführt werden dürfen. Die Kantone sind für die Festlegung dieser Ausnahmen zuständig. -> Mehr zu den Direktzahlungen
  • Zur Erleichterung der inländischen Futterversorgung hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Zölle auf Heuimporte per 1. August 2026 aufgehoben. Zudem ist eine Senkung der Einfuhrzölle auf Futtermais per 15. August 2026 in Vorbereitung. -> Mehr zu den Futtermitteln
  • Seit 2025 profitieren Bewirtschaftende von einer Verbilligung der Prämien für Ernteversicherungen gegen Schäden durch Trockenheit. Der Bund übernimmt dabei 30 Prozent der Versicherungsprämie.
  • Betriebe, die infolge der Trockenheit in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, können zur Überbrückung zinsfreie Betriebshilfedarlehen beantragen. Einige Massnahmen bereits eingeleitet. -> Mehr zu Betriebshilfedarlehen

Bauernverbands-Präsident Markus Ritter fand lobende Worte für den Bundesrat: Dieser habe «hier richtig entschieden», sagte er in der SRF-Radiosendung «Echo der Zeit» von Mittwochabend. Die Futtermittelpreise seien tatsächlich enorm angestiegen – auch im Ausland. Wegen der Trockenheit sei das Problem im Moment eher die Verfügbarkeit – und zwar nicht nur in der Schweiz.

Klimastrategie Landwirtschaft

Der Bund hat zudem mit der im Jahr 2023 vorgestellten Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050 mehrere Massnahmen eingeleitet, die die Anpassung der Landwirtschaft an die Auswirkungen des Klimawandels fördern sollen.

Der Bund nennt als Beispiele zusätzliche finanzielle Mittel, um Bewässerungs- und Wasserversorgungsprojekte auf Landwirtschaftsbetrieben und im Sömmerungsgebiet zu realisieren. Zudem wird verstärkt die Züchtung robuster, klimaangepasster Sorten gefördert. Zudem werden verschiedene Projekte zum Wassermanagement und zur klimaangepassten Bodenbewirtschaftung unterstützt. «Damit stärkt der Bund die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels», schreibt das BLW.

Kommentare (2)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Christine Strahm | 06.08.2026
    Ist ja löblich, dass der Bund an die Bauern denkt, aber wenn es in ganz Europa dürr ist, wird auch der Import schwierig. Nachdem die Schweinepreise und der Milchpreis seit langem sehr schlecht sind, tönt diese Hilfe eher ironisch
  • Gerhard | 05.08.2026
    Wer jetzt noch Heu oder Luzerne importieren kann hat Glück! Leider ist es in ganz Europa trocken und es wächst nichts mehr.
    Daher ist käufliche Ware sehr rar. Und ein weiteres Mal ( bei den Schutzmasken bei Corona war es auch so nütz es uns wenig daß wir kaufen könnten, wenn niemand mehr verkaufen kann!
    Sollte unseren Politikern zu Denken geben,dass nächste Mal könnte es die Lebensmittel treffen.Da ja jeder weiss das wir nur noch höchstens 40 Prozent selber produzieren!
×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Futtermangel: Musstet Ihr bereits Tiere vorzeitig schlachten?

6 % Ja, bereits 1 Tier
33.6 % Ja, bereits 2–5 Tiere
3.9 % Ja, bereits 5-10 Tiere
3.6 % Ja, bereits mehr als 10 Tiere
20.8 % Noch nicht, aber wahrscheinlich bald
32.1 % Nein, bisher nicht nötig

Teilnehmer insgesamt 336

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?