
Eine Weide im Bernbiet, die seit zwei Monaten unverändert braun ist.
Tobias Strahm
Die Regenmengen sind seit vielen Wochen unterdurchschnittlich. Der Frühling und der Sommer waren vor allem in der Nordwestschweiz und der Romandie viel zu trocken.
Massives Niederschlagsdefizit
Verglichen mit dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 fiel schweizweit nicht einmal die Hälfte des erwartbaren Niederschlags. «Regional ist das Defizit noch grösser», schreibt Meteonews. Der Juli ist der fünfte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen.

Niederschlagsabweichung zur Norm der Jahre 1991-2020.
Meteonews
Das hat gravierende Auswirkungen auf die Pflanzen. Diese haben das Wachstum eingestellt. Es drohen unterdurchschnittliche Ernten bei Zuckerrüben und Kartoffeln. Zudem können die Landwirtinnen und Landwirte viel weniger Futter produzieren und müssen teils bereits auf die Wintervorräte zurückgreifen. Und auf den Alpen ist die Lage vielerorts angespannt, weil die Tiere zu wenig Weidefutter oder Wasser haben.
Massnahmen
Der Bund will die Landwirtschaft deshalb mit mehreren Massnahmen unterstützen, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch mitteilt. Es handelt sich aber mehrheitlich nicht um neue Hilfen. Der Bund nennt folgende Unterstützungen, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Trockenheit bei den Landwirtschaftsbetrieben abfedern sollen:
- Aufgrund der aktuellen Trockenheitssituation erhalten die Betriebe die vollen Direktzahlungen auch dann, wenn einzelne Vorgaben nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können, wie beispielsweise die minimale Futteraufnahme auf Weiden. Für Sömmerungs- und Alpbetriebe gilt zudem, dass Tiere bei Futtermangel früher von der Alp auf den Heimbetrieb zurückgeführt werden dürfen. Die Kantone sind für die Festlegung dieser Ausnahmen zuständig. -> Mehr zu den Direktzahlungen
- Zur Erleichterung der inländischen Futterversorgung hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Zölle auf Heuimporte per 1. August 2026 aufgehoben. Zudem ist eine Senkung der Einfuhrzölle auf Futtermais per 15. August 2026 in Vorbereitung. -> Mehr zu den Futtermitteln
- Seit 2025 profitieren Bewirtschaftende von einer Verbilligung der Prämien für Ernteversicherungen gegen Schäden durch Trockenheit. Der Bund übernimmt dabei 30 Prozent der Versicherungsprämie.
- Betriebe, die infolge der Trockenheit in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, können zur Überbrückung zinsfreie Betriebshilfedarlehen beantragen. Einige Massnahmen bereits eingeleitet. -> Mehr zu Betriebshilfedarlehen
Bauernverbands-Präsident Markus Ritter fand lobende Worte für den Bundesrat: Dieser habe «hier richtig entschieden», sagte er in der SRF-Radiosendung «Echo der Zeit» von Mittwochabend. Die Futtermittelpreise seien tatsächlich enorm angestiegen – auch im Ausland. Wegen der Trockenheit sei das Problem im Moment eher die Verfügbarkeit – und zwar nicht nur in der Schweiz.
Klimastrategie Landwirtschaft
Der Bund hat zudem mit der im Jahr 2023 vorgestellten Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050 mehrere Massnahmen eingeleitet, die die Anpassung der Landwirtschaft an die Auswirkungen des Klimawandels fördern sollen.
Der Bund nennt als Beispiele zusätzliche finanzielle Mittel, um Bewässerungs- und Wasserversorgungsprojekte auf Landwirtschaftsbetrieben und im Sömmerungsgebiet zu realisieren. Zudem wird verstärkt die Züchtung robuster, klimaangepasster Sorten gefördert. Zudem werden verschiedene Projekte zum Wassermanagement und zur klimaangepassten Bodenbewirtschaftung unterstützt. «Damit stärkt der Bund die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels», schreibt das BLW.
Daher ist käufliche Ware sehr rar. Und ein weiteres Mal ( bei den Schutzmasken bei Corona war es auch so nütz es uns wenig daß wir kaufen könnten, wenn niemand mehr verkaufen kann!
Sollte unseren Politikern zu Denken geben,dass nächste Mal könnte es die Lebensmittel treffen.Da ja jeder weiss das wir nur noch höchstens 40 Prozent selber produzieren!