
Die Organisationen kritisieren, dass in der Schweiz in den vergangenen 15 Jahren kaum neue Schutzgebiete geschaffen worden seien.
Florence Lötscher
An der UNO-Biodiversitätskonferenz vom 18. bis 30. Oktober in Armenien beraten die Vertragsstaaten über den Stand der weltweiten Biodiversitätsziele. Grundlage bildet der sogenannte «Global Report», in dem die Staaten über ihre Fortschritte berichten.
Aus Sicht der Umweltorganisationen ist die Zielerreichung sowohl weltweit als auch in der Schweiz ungenügend. «Der Entwurf des Global Reports zeigt, dass wir weltweit nur bei einem der 23 Ziele auf Kurs sind – das ist sehr bedenklich», sagt Nathalie Rutz, Koordinatorin für internationale Zusammenarbeit bei Pro Natura und Mitglied der zivilgesellschaftlichen Delegation.
Auch BirdLife Schweiz sieht Handlungsbedarf. Geschäftsführer Raffael Ayé erklärt: «Von den zehn Zielen in der nationalen Strategie Biodiversität erreichen wir aktuell gerade einmal eines.»
Forderung nach mehr Schutzgebieten
Die Organisationen kritisieren, dass in der Schweiz in den vergangenen 15 Jahren kaum neue Schutzgebiete geschaffen worden seien. Zudem reichten die Massnahmen des Aktionsplans Biodiversität aus ihrer Sicht nicht aus. «Bei den dort festgelegten Massnahmen handelt es sich grösstenteils um Studien und Pilotprojekte ohne Wirkung im Feld», sagt Ayé.
Nathalie Rutz ergänzt: «Während sich die Schweizer Delegation in Armenien für mehr Naturschutzgebiete und Finanzen einsetzen will, hat die Schweiz in den letzten 15 Jahren kaum ein neues Schutzgebiet ausgewiesen.»
Finanzierung im Fokus
Ein weiteres Thema der Konferenz ist die Finanzierung des Biodiversitätsschutzes. Nach Angaben der Umweltorganisationen stehen von den angestrebten 30 Milliarden Dollar pro Jahr bisher erst rund 10 Milliarden Dollar zur Verfügung. Sie kritisieren zudem den vom Bundesrat vorgeschlagenen Rahmenkredit für globale Umweltfonds und fordern höhere Beiträge.
«Das Resultat der Konferenz darf sich nicht auf globale Appelle beschränken. Es muss ein konkreter Prozess beschlossen werden, wie die Staaten gemeinsam die nötigen Massnahmen zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen umsetzen und finanzieren können», sagt Rutz.