
Die Initiative fordert eine Einschränkung von lautem Feuerwerk für den privaten Gebrauch.
Ralf Vetterle
Die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» startet mit einer nationalen Sichtbarkeitskampagne. Zum Auftakt seien die Kampagnensujets auf 917 digitalen Screens an Bahnhöfen und in Innenstädten aller Sprachregionen der Schweiz präsent, wie es in der Mitteilung anlässlich der Kampagne heisst.
In den kommenden Wochen werde die Kampagne auf weitere digitale Werbeflächen ausgeweitet und insgesamt auf rund 3'850 Screens in allen Landesteilen sichtbar sein. «Mit der Kampagne wird auf die negativen Auswirkungen von lautem Privatfeuerwerk auf Tiere, Menschen und Umwelt aufmerksam gemacht», teilt das Initiativkomitee mit.
Die Initiative fordert eine Einschränkung von lautem Feuerwerk für den privaten Gebrauch. Öffentlich organisierte Feuerwerke und lärmarme Alternativen wie Vulkane bleiben weiterhin möglich.
Heim-, Nutz- und Wildtiere leiden laut dem Initiativkomitee unter dem Lärm von Feuerwerk und geraten häufig in Angst und Panik. «Gleichzeitig verursacht Feuerwerk erhebliche Mengen an Abfall und belastet die Natur», heisst es in der Mitteilung zum Kampagnenstart. Ausserdem führe der private Umgang mit Feuerwerkskörpern immer wieder zu Bränden und Unfällen mit teils schweren Verletzungen.
Inwiefern schützt die Initiative Bauernfamilien und ihre Tiere?
Die Räumung des abgebrannten Feuerwerks stellt Landwirtinnen und Landwirte laut dem Initiativkomitee vor eine Herausforderung. Auf der Website der Initiative heisst es: «Auf Weiden liegen gebliebener Abfall stellt eine Gefahr für Tiere dar: Feuerwerkskörper und Pulverreste können – durch die Mähmaschine zerfetzt – in den Heuvorrat des Winters gelangen und von den Tieren gefressen werden.»
Weiter weist Trägerschaft der Initiative darauf hin, dass viele landwirtschaftliche Nutztiere wie Kühe oder Pferde Fluchttiere sind. Sie schreiben: «In Angst versetzt, versuchen sie zu fliehen, was mit einem erheblichen Unfall- und Verletzungsrisiko einhergeht. Für landwirtschaftliche Betriebe kann dies nicht nur emotional belastend sein, sondern auch finanzielle Folgen haben – etwa, wenn eine Rinderherde infolge eines unangekündigten Feuerwerks auf der Sommerweide ausbricht und den Zaun beschädigt.»
Mehr Rücksicht auf Tiere
Die Initiative fordert deshalb einen rücksichtsvolleren Umgang mit Feuerwerk. «Die Initiative steht für mehr Rücksicht auf Tiere, Menschen und Umwelt. Feiern bleibt weiterhin möglich, ebenso öffentliche und bewilligte Feuerwerke. Die private Knallerei hingegen soll beschränkt werden», lässt sich Katja Schönenberger, Geschäftsleiterin von Vier Pfoten in der Schweiz, zitieren. Die Organisation gehört zusammen mit dem Schweizer Tierschutz und der Stiftung für das Tier im Recht zum Trägerverein der Initiative.
Am 29. November 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk».