Der Bundesrat muss sich nicht gegen Fracking-Pläne zur Erdgas-Förderung am Bodensee einsetzen. Anders als der Nationalrat hat der Ständerat am Montag eine entsprechende Motion stillschweigend abgelehnt. Die Forderung sei hinfällig geworden, weil entsprechende Pläne in der Zwischenzeit zurückgezogen worden seien.
Nationalrat Lukas Reimann (SVP/SG) hatte seine Motion 2012 eingereicht, weil britische Unternehmen in der Bodenseeregion mit der Fracking-Technologie nach Gas bohren wollten. Dies sei gefährlich, da bei den Probebohrungen viele Chemikalien zum Einsatz kämen, warnte Reimann. Der Bodensee diene für fast fünf Millionen Menschen als Trinkwasserspeicher und habe eine enorme Bedeutung für die Region.
Die Konzessionen für Fracking-Vorarbeiten seien in der Zwischenzeit zurückgezogen worden, sagte Ivo Bischofberger (CVP/AI), Präsident der vorberatenden Kommission. Zum aktuellen Zeitpunkt lägen auch keine neuen Anträge für Fracking-Vorhaben am Bodensee vor. Der konkrete Anlass für die Motion sei somit hinfällig geworden. Der Nationalrat hatte dem Vorstoss im September 2014 noch zugestimmt. Mit dem Entscheid des Ständerates ist er aber nun vom Tisch.
Beim Fracking wird Gestein aufgebrochen, indem mit hohem Druck eine Flüssigkeit in das Bohrloch gepumpt wird. Das im Gestein lagernde sogenannte Schiefergas wird mithilfe von Chemikalien gelöst. Seit einigen Jahren kann mit der Technologie auch Erdgas in dichtem Gestein erschlossen werden, das zuvor unzugänglich war.