Der Nationalrat will nicht, dass der Bund den Anbau von Futtergetreide in der Schweiz mit Beiträgen zusätzlich gezielt fördert. Er lehnt eine Motion von Jacques Nicolet (SVP/VD) mit 96 zu 87 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.
Durch die Extensivierung der Produktion und einen Preisabfall in der Grössenordnung um 50 Prozent sei es in der Schweiz innert 10 Jahren zu einem Produktionsrückgang von fast 200'000 Tonnen Futterpflanzen gekommen sowie zu einer Verringerung der bewirtschafteten Fläche um etwa 45 Prozent in den letzten 25 Jahren, führte der unfallbedingt abwesende Nicolet schriftlich zum Vorstoss aus.
Zum Ausgleich werde vermehrt Futtergetreide importiert. Gleichzeitig ist auch eine Zunahme der Einfuhr von Eiweissquellen wie getrockneter Luzerne und Soja zu verzeichnen. Nicolet möchte aber kurze Kreisläufe und damit die Produktion von einheimischen Futtergetreide erhöhen. Eine Unterstützung durch Beiträge würde aus Sicht von Nicolet eine hochwertige inländische Tierproduktion ermöglichen, die die schweizerischen Anforderungen an die Tierproduktion und -haltung erfüllt.
Der Bundesrat lehnte den Vorstoss ab. Landwirtschaftsminister Guy Parmelin verwies auf die bereits geleistete Förderbeiträge. Auch sei der Trend zum Rückgang der Futtergetreide-Produktion gebrochen. Die Unzulänglichkeit eines Einzelkulturbeitrags für Futtermittel hat sich aus der Sicht des Bundesrates in den letzten fünf Jahren nicht verändert.
Ursache für die hohen Importe an Futtergetreide und Eiweissfuttermitteln sei neben den Ernährungsgewohnheiten der Gesellschaft die begrenzte Ackerfläche in der Schweiz. «Mit weniger als 0,05 Hektaren Ackerfläche pro Einwohner ist es zur Deckung des Inlandbedarfs unmöglich, sämtliche Futter- und Lebensmittel in der Schweiz zu produzieren. Wird die Anbaufläche einer Kultur ausgedehnt, muss eine andere weichen», sagte Agrarminister Parmelin.