
Die Vereinigten Milchbauern Mitte-verlangen Fairplay im Milchmarkt.
Freepik
Am Schweizer Milchmarkt sind dunkle Wolken aufgezogen. Die Preise sind im Keller. Die Branche senkte den Richtpreis für A-Milch am 1. Februar 2026 um 4 Rappen pro Kilogramm auf 78 Rappen und fixierte ihn bis Ende 2026. Dies trotz Exportstützung für Rahm und Butter.
Trotz Übermengen wurde weiterhin Milch – insbesondere Milchpulver – in die Schweiz importiert, im Rahmen des aktiven Veredelungsverkehrs verarbeitet und anschliessend wieder exportiert. Der Toblerone-Hersteller Mondelez stellte noch in diesem Jahr ein Gesuch für den Import von Butter, trotz voller Lager in der Schweiz.
→ Mondelez will EU-Butter für die Toblerone
Faire Regeln gefordert
Für Produkte wie Schokolade, Biskuits oder Babynahrung gilt das sogenannte ausserordentliche Verfahren: Die Branche wird lediglich informiert, eine Bewilligung ist nicht erforderlich. Für alle übrigen Produkte, insbesondere Käse einschliesslich Hüttenkäse, ist eine Bewilligung notwendig.
→ Trotz Milchschwemme: Sie durften Milch und Milchpulver importieren
Die Politik nahm sich des Themas an. Im Parlament haben Nationalrat und Mooh-Präsident Martin Hübscher (SVP/ZH) und Ständerätin Isabelle Chassot (Mitte/FR) zwei gleichlautende Vorstösse unter dem Titel «Faire Regeln beim aktiven Veredelungsverkehr bei Milchgrundstoffen» eingereicht. Die Motionen verlangen gleich lange Spiesse. Importgesuche sollen strenger geprüft werden. Schweizer Anbieter von Milchgrundstoffen sollen bei Importgesuchen die Möglichkeit erhalten, Offerten einzureichen. Bei Gleichwertigkeit von Preis, Qualität und Menge soll Schweizer Milch den Vorrang erhalten.
«Auch Anliegen der Verarbeiter»
Um die Marktinstabilität zu verringern, soll die automatische Erteilung von Bewilligungen für Grundmilchprodukte aufgehoben werden. «Eine solche automatische Bewilligung ist nicht gerechtfertigt, da sie das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielt», heisst es in der Motion.
-> Milch: Bald strengere Importregeln?
Der Ständerat hat die Motion von Isabelle Chassot in der Sommersession an die vorberatende Kommission zurückgewiesen. Dafür hat sich Ständerat und Präsident der Branchenorganisation Milch (BOM), Peter Hegglin (Mitte/ZG), eingesetzt. «Der Antrag Chassot nimmt jetzt vor allem die Anliegen der Produzenten auf. In der Branche gibt es aber auch Anliegen der Verarbeiter», sagte er zu «Schweizer Bauer». Er wolle diese Anpassungen aber mit der ganzen Branche besprechen und zu ausgewogenen Lösungen führen. Wann das Anliegen in der Kommission diskutiert wird, ist unklar.
-> Rückschlag: Kleine Kammer bremst Milch-Motion aus
Existenzbedrohende Preise
Dieses Vorgehen kritisieren die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) scharf. «Die Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern sind seit geraumer Zeit mit niedrigen, ja oftmals gar existenzbedrohend tiefen Preisen im Schweizer Milchmarkt konfrontiert», schreibt die VMMO in ihrer Mitteilung. Die heutige Praxis beim aktiven Veredelungsverkehr benachteilige Schweizer Milchgrundstoffe massiv.
«In der Praxis weiss inzwischen jeder, dass sich de facto ein Bewilligungsautomatismus für Importe eingeschlichen hat», heisst es weiter. Einige internationale Konzerne seien an Schweizer Rohstoffen nicht interessiert. «Das Instrument des aktiven Veredelungsverkehrs wird damit vollständig ad absurdum geführt», schreibt die Organisation verärgert.
Keine politischen Spiele
Durch die Rückweisung geht aus Sicht der VMMO wertvolle Zeit verloren. Der Entscheid sei nur schwer nachvollziehbar. «Oder um den Fussball-Jargon zu verwenden: Das ist ein hartes Foul an den Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern», hält die Vereinigung fest.

Die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) vertritt die Interessen von rund 3'800 Mitgliedern. Das Einzugsgebiet der VMMO erstreckt sich über 11 Kantone in der Ost- und Zentralschweiz sowie dem Fürstentum Liechtenstein.
VMMO
Politische Spielchen auf dem Buckel der Produzenten seien fehl am Platz. «Wir fordern die Ständeräte deshalb auf, unverzüglich dieses Geschäft in der zuständigen Kommission zu behandeln. Denn die nationalrätliche Kommission hat eine gleichlautende Motion von Nationalrat Hübscher bereits klar und deutlich angenommen», macht die Vereinigung deutlich.
Herr Hegglin ist aus Bauernsicht nicht mehr tragbar. Die Quittung könnte bei den nächsten
Ständeratswahlen folgen.
Heglin scheint mir als BOM Präsident ungeeignet, er hat schon öfters die Bsuern vera.. scht!