
Ziel der Berghilfe ist es, die wirtschaftliche Vielfalt und Wertschöpfung in den Bergregionen zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und der Abwanderung entgegenzuwirken.
Yannick Andrea
Am 7. März trafen sich die Mitglieder des Jugendforums der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) zu ihrer elften Jahresversammlung. Die Tagung fand erstmals im Kanton Freiburg statt. Rund 45 Jugendliche und junge Erwachsene kamen im Campus Schwarzsee in Plaffeien FR zusammen. Teilgenommen haben Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter aus Gemeinden, die das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer» tragen.
Wie die SAB mitteilt, entscheidet dieses Jugendforum eigenständig über Kandidaturen für das Label. Im Vorfeld der Versammlung hatten zwei Gemeinden ihre Bewerbungen eingereicht. Beide Kandidaturen wurden angenommen. Die Namen der beiden neuen Gemeinden werden erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Insgesamt tragen damit künftig 31 Gemeinden das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer».
Der Abwanderung entgegenwirken
Das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer» wird von der SAB an Gemeinden verliehen, die sich besonders für die Bedürfnisse von Jugendlichen einsetzen. Ziel ist es, Bergdörfer für junge Menschen attraktiv zu halten und der Abwanderung aus den Bergregionen entgegenzuwirken. Dazu gehören etwa Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche, Angebote in Freizeit und Bildung oder gezielte Massnahmen der Gemeinde zur Förderung der Jugend.
Über die Vergabe des Labels entscheidet das Jugendforum der SAB, in dem Jugendliche aus bereits ausgezeichneten Gemeinden vertreten sind. Sie prüfen die Bewerbungen und beurteilen, ob eine Gemeinde die Kriterien erfüllt. Das Label würdigt das Engagement der Gemeinden und stärkt gleichzeitig die Rolle junger Menschen in der Entwicklung der Berggebiete.
Positionspapier «Zukunft der Berggebiete»
Neben dem Entscheid zwei neue Gemeinden aufzunehmen, verabschiedete das Jugendforum auch die Publikation «Zukunft der Berggebiete». Das Positionspapier des Jugendforums der SAB betont die zentrale Bedeutung der Landwirtschaft für die Zukunft der Bergregionen. Die Berglandwirtschaft trägt wesentlich zur Pflege der Kulturlandschaft bei und verhindert die Verbuschung von Wiesen, wodurch die Biodiversität erhalten bleibt. Gleichzeitig leiste sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren.
Bewirtschaftete Wälder und Wiesen stabilisieren Böden, reduzieren das Risiko von Erdrutschen, Lawinen und Waldbränden und können Wasser speichern. Damit diese Funktionen erhalten bleiben, braucht es auch künftig Menschen, die in den Berggebieten leben und arbeiten.
Das Positionspapier fordert deshalb, dass junge Landwirtinnen und Landwirte Perspektiven in den Bergregionen erhalten und die nachhaltige, kleinstrukturierte Landwirtschaft weiterhin unterstützt wird. Die Mitglieder des Jugendforums beziehen damit klar Stellung: Junge Menschen wollen auch künftig in den Berggebieten leben.
Bewerbung «Jugendfreundliche Bergdörfer»
Berggemeinden können sich für das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer» bewerben. Voraussetzung ist, dass sie sich aktiv für die Anliegen junger Menschen einsetzen und ihnen Mitsprache in der Gemeinde ermöglichen. Dazu gehören etwa Angebote für Jugendliche, Unterstützung von Projekten oder der Austausch mit der Gemeindepolitik. Ziel ist es, Gemeinden zu stärken, die Jugendlichen Perspektiven im Berggebiet bieten. Bis am 6. Dezember 2026 steht interessierten Gemeinden die Bewerbung für die Labelvergabe 2027 offen.