
Die Produktion von Mastkälbern sei hoch spezialisiert, arbeitsintensiv und mit erheblichen Risiken verbunden.
zvg
Nationalrat Hasan Candan (SP, LU) ist Biologe und Betriebs- und Sportwissenschaftler und hat kürzlich ein Postulat eingereicht um einheimische Produktionssysteme zu fördern anstatt Importbedingungen für mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch zu lockern.
Der Bundesrat wird darin beauftragt zu prüfen, mit welchen Massnahmen die Produktionssysteme in der Kälbermast weiterentwickelt und gezielt gefördert werden könne, um die Kälbergesundheit zu verbessern, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren sowie die Produktionsbedingungen in den Mastbetrieben nachhaltig zu verbessern.
Rückgang der Anzahl Kälbermäster
Die Produktion von Mastkälbern sei hoch spezialisiert, arbeitsintensiv und mit erheblichen Risiken verbunden. Der Antibiotikaeinsatz sei in der Kälbermast deutlich höher als bei Aufzucht- und Mutterkuhkälbern. In den vergangenen Jahren haben deshalb zahlreiche bäuerliche Kälbermäster ihre Tätigkeit aufgegeben. Für milchproduzierende Betriebe sei die Milchablieferung oftmals weniger risikobehaftet als die Kälbermast.
Diese Entwicklungen seien seit längerem bekannt. In der Vergangenheit wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Produktionsbedingungen zu verbessern und die Tiergesundheit zu fördern, unter anderem im Rahmen der AP22+ sowie zuletzt mit dem Projekt « Freiluftkalb ». Trotz nachweislich positiver Wirkungen wurde dieses Konzept jedoch nicht weiterverfolgt oder breit implementiert. Die strukturellen Herausforderungen in der Kälbermast und der hohe Antibiotikaeinsatz bestehen daher weiterhin fort.
-> «Freiluftkalb»: Es geht mit weniger Antibiotika
-> Freiluftkalb fällt wirtschaftlich ab
Förderung einer nachhaltigen Kalbfleischproduktion
Der Bundesrat wird von Candan aufgefordert, geeignete Massnahmen zu prüfen und aufzuzeigen, wie die Produktionsgrundlagen in der Kälbermast sowie die Tiergesundheit gezielt verbessert werden können.
Die Förderung einer nachhaltigen inländischen Kalbfleischproduktion stärke nicht nur die regionalen Wertschöpfungsketten und sichere Arbeitsplätze in der Schweiz, sondern leiste auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, indem Importe von Fleisch aus nicht raufutterverzehrenden Tieren – etwa von chlorbehandeltem Geflügelfleisch – reduziert werden könne.
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